Militär

520 Verdachtsfälle auf Sexualdelikte bei der Bundeswehr

Bei der Bundeswehr sind von 2006 bis 2012 insgesamt 520 Verdachtsfälle auf Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung registriert worden.

Das teilte das Bundesverteidigungsministerium am Dienstag in Berlin mit. In 210 Fällen kam es demnach zu Strafverfahren, von denen 169 mit einer Verurteilung endeten. 28 Beschuldigte wurden freigesprochen, in 13 Fällen wurde das Verfahren eingestellt.

Das Ministerium reagierte mit der Veröffentlichung auf Presseberichte zu einer Antwort der Regierung auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag. Den Bundeswehrangaben zufolge wurden auch 465 Disziplinarverfahren wegen Sexualdelikten eingeleitet. Diese betrafen sowohl Straftaten als auch sonstiges sexuelles Fehlverhalten.

Von den Verurteilungen erfolgten 31 wegen sexueller Nötigung oder Vergewaltigung, 16 wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und zehn wegen schweren sexuellen Missbrauchs von Kindern sowie 20 wegen exhibitionistischer Handlungen. 59Soldaten wurden wegen des Erwerbs oder Besitzes kinderpornografischer Schriften verurteilt.