Wahlen

Fast die Hälfte der Grünen-Wähler bevorzugt Merkel

Umfrage: Anhänger der Ökopartei mögen Kanzlerin

Trotz der Koalitionsaussage der Grünen-Spitze für die SPD will fast die Hälfte der Grünen-Anhänger Angela Merkel als Kanzlerin behalten. 45 Prozent der befragten Grünen-Anhänger sprechen sich in einer Forsa-Erhebung für das „Handelsblatt“ für die CDU-Chefin aus. 53 Prozent der Grünen-Anhänger wollten dagegen lieber, dass ein anderer nach der Bundestagswahl am 22. September Regierungschef wird.

Da es derzeit in mehreren Umfragen nicht für eine rot-grüne Bundesregierung reicht, taucht immer wieder die Frage nach einer schwarz-grünen Koalition auf. Allerdings hat sich die Parteispitze der Grünen gegen ein solches Bündnis ausgesprochen. Von allen von den Meinungsforschern Befragten wünschen sich sogar 57 Prozent, dass Merkel ihre Kanzlerschaft fortsetzt. 39 Prozent befürworten hingegen ihre Ablösung. In den eigenen Reihen erzielt Merkel mit 92 Prozent die höchste Zustimmung. Nur sieben Prozent der Unionsanhänger wollen nicht, dass die Kanzlerin weiterregiert. Auch bei den Anhängern ihres Koalitionspartners FDP genießt Merkel mit 73 Prozent viel Unterstützung.

Vor allem unter den Beamten findet Merkel viele Anhänger, 63 Prozent wünschen eine Fortsetzung ihrer Regierung, 33 Prozent wollen das nicht. Es folgen Selbstständige (ja: 62, nein: 38) und Arbeiter (ja: 59, nein: 34). Zugleich aber hält die Mehrheit aller Befragten die derzeitige schwarz-gelbe Regierung nicht für die erfolgreichste seit der Wiedervereinigung. 54 Prozent widersprechen Merkel, die genau dies behauptet hatte. 41Prozent stimmen der CDU-Chefin zu. Unter den Grünen-Anhängern fällt das Urteil bei dieser Frage deutlich aus: 29Prozent stimmen Merkels Einschätzung zu, 66 Prozent dagegen nicht.

SPD lässt bei NSA nicht locker

Unterdessen warf SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück der Kanzlerin in der NSA-Spähaffäre fehlenden Willen zur Aufklärung vor. „Frau Merkel distanziert sich nicht von den Amerikanern und nimmt kritiklos hin, wenn deutsche Rechte und Interessen verletzt werden“, sagte Steinbrück den Dortmunder „Ruhr Nachrichten“. Zudem forderte Steinbrück: „Ich will wissen, ob millionenfach Deutsche von ausländischen Geheimdiensten ausgespäht werden, ob Regierungsstellen, deutsche Unternehmen und europäische Einrichtungen abgehört werden.“ Steinbrück erneuerte seinen Vorwurf, Merkel habe ihren Amtseid gebrochen: „Die Bundeskanzlerin hat geschworen, Schaden von den Deutschen abzuwenden und für die Souveränität Deutschlands zu sorgen. Beides steht massiv infrage.“