Porträt

Rüdiger Portius

Der Mann an ihrer Seite

Der Portius, Ehemann von Grünen-Fraktionschefin Renate Künast, hat ein Vorbild, und das ist ausgerechnet konservativ. Wie der Mann der Bundeskanzlerin wolle er trotz prominenter Gattin im Hintergrund bleiben, sagte Rüdiger Portius vor zwei Jahren nach der heimlichen Hochzeit mit Künast. Auch er wolle nicht sein Leben umkrempeln, weil seine Frau Spitzenpolitikerin ist. „Aus den wesentlichen Offizialien werde ich mich raushalten.“

Tatsächlich lässt Portius sich nur selten an Künasts Seite blicken – dann aber meist festlich gekleidet in dunklem Anzug mit Fliege. Er lässt kaum einen Ball aus, von der Aids-Gala bis zum Presseball. Als kürzlich die Obamas in der Hauptstadt waren, begleitete Portius seine Frau zum Bankett.

Dabei hat Portius auch eine ganz andere Seite – und die hat mit der Welt der Bankette wenig zu tun. Der 69-Jährige ist ein bekannter Strafverteidiger mit Vorliebe für spektakuläre Fälle. So verteidigte er den Drahtzieher des sogenannten Mykonos-Anschlags von 1992, bei dem vier iranische Oppositionelle ermordet worden waren. Auch im Prozess um den Anschlag auf die Berliner Disco „La Belle“ war er einer der Verteidiger. Dabei ist er nicht zimperlich: So wurde Portius schon wegen eines heftigen Wortgefechts vor Gericht von einem Anwaltskollegen angezeigt. Und auch wegen eines Nazi-Vergleichs stand Portius bereits in der Kritik.