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In Kürze I

NSU: Böhnhardts Telefonliste ungelesen vernichtet ++ SPD: Steinbrück entdeckt die Ostdeutschen ++ CDU: Peter Kohl kritisiert Türkei- Politik seines Vaters

Böhnhardts Telefonliste ungelesen vernichtet

Eine 1998 gefundene Telefonliste des späteren NSU-Mitgliedes Uwe Böhnhardt ist vermutlich nie ausgewertet und 2005 vernichtet worden. Wie die Obfrau der Linken im Thüringer NSU-Untersuchungsausschuss, Martina Renner, am Samstag sagte, geht das aus einer Stellungnahme des Landeskriminalamtes an den Ausschuss hervor. Demnach war die Liste des Terror-Trios mit anderen Asservaten bei einer Durchsuchung in Böhnhardts Wohnung gefunden und später der Geraer Staatsanwaltschaft übergeben worden. Dort sei sie dann vernichtet worden.

Steinbrück entdeckt die Ostdeutschen

Nach der Kritik an seiner Äußerung über die DDR-Vergangenheit von Kanzlerin Angela Merkel geht SPD-Kanzlerkandidat Peer Steinbrück demonstrativ auf die Ostdeutschen zu. Bei einer SPD-Veranstaltung in Halle nannte Steinbrück es „puren Unsinn“, dass er „alle Ostdeutschen in einen Topf“ geworfen habe. „Es bedeutet schon gar nicht, dass die im Osten Aufgewachsenen quasi eine Art regionalbedingte oder angeborene Distanz zu Europa haben.“ Den Bürgern bescheinigte er: „Ostdeutschland ist eine Region tüchtiger und zupackender Menschen, die ihre Angelegenheiten sehr tatkräftig in die Hand genommen haben.“

Peter Kohl kritisiert Türkei- Politik seines Vaters

Peter Kohl, Sohn von Ex-Bundeskanzler Helmut Kohl, hat die Ausländerpolitik seines Vaters kritisiert. Zu den Plänen seines Vaters aus den 80er-Jahren, die Hälfte der Türken wegzuschicken, sagte Peter Kohl der „Süddeutschen Zeitung“: „Ich teile ganz und gar nicht diese Einstellung und war schon damals anderer Meinung.“ Er warb für die Freundschaft mit der Türkei. „Auch die CDU muss anerkennen, dass die Türkei einer der wichtigsten Zukunftspartner für Deutschland ist“, sagte der parteilose Unternehmer, der mit einer Türkin verheiratet ist.