Porträt

Franz Müntefering

Der Mann an ihrer Seite

Als Franz Müntefering im Juni 2009, ein Jahr nach dem Krebstod seiner Frau Ankepetra, seine 40 Jahre jüngere Mitarbeiterin Michelle Schumann als neue Freundin vorstellte, hatten viele ihr Urteil schnell gefasst: Da hatte sich eine junge Genossin eine SPD-Legende geangelt. Doch ist die Bewunderung für einen Mann, der gelebte sozialdemokratische Geschichte ist und Herbert Wehner noch persönlich kannte, nur eine von vielen Facetten dieser neuen Beziehung. Wer beide trifft, erlebt ein Paar auf Augenhöhe.

Die gelernte Journalistin, die bei der Hochzeit den Namen ihres Mannes annahm, hatte sich schon vor der Begegnung mit Müntefering ein eigenes Polit-Profil erarbeitet, war 2004 als jüngstes Mitglied in den SPD-Landesvorstand der NRW-SPD gewählt worden. Er lerne viel von ihr, hat Müntefering über seine Frau Michelle gesagt. Sie flog mit ihm, dem Bodenständigen, nach New York. Sie sorgt dafür, dass der „Alleiner“ unter Leute kommt. In ihrer Wohnung in Herne legen beide einander öfter lesenswerte Artikel hin. Über die Inhalte wird bei Spaziergängen diskutiert. Für den Bundestag hätte Michelle auch ohne berühmten Mann kandidiert; seine Schützenhilfe will und braucht sie nicht. Wenn sie mutmaßlich im Herbst ins Parlament einzieht, wird er ausgeschieden sein. Als Ehemann und Gesprächspartner bleibt er an ihrer Seite.