Porträt

Oskar Lafontaine

Der Mann an ihrer Seite

Das Gerücht, Oskar Lafontaine sei Sahra Wagenknecht nicht nur politisch zugetan, war schon länger durch die Berliner Republik gegeistert. Der „Spiegel“ machte es 2009 publik und bekam dafür ein scharfes Dementi. Beide, der damalige Linken-Chef und die Sprecherin der Kommunistischen Plattform, waren zu diesem Zeitpunkt noch anderweitig verheiratet. Im November 2011 folgte das Outing: Lafontaine tauchte auf dem Landesparteitag der Saar-Linken demonstrativ mit Wagenknecht auf und bekannte, man sei „befreundet“. Da lebte er von seiner Ehefrau Christa Müller bereits getrennt.

Seither sind Lafontaine und Wagenknecht das Promi-Paar der Linken, zur Begeisterung des ultraradikalen Flügels und von den Reformern misstrauisch beobachtet. Dort erzählt man, Lafontaine versuche hinter den Kulissen, seine Freundin um jeden Preis nach vorn zu pushen. Einer dieser Versuche soll auch schuld am Zerwürfnis zwischen Lafontaine und Fraktionschef Gregor Gysi sein, was vom Umfeld Lafontaines bestritten wird. Seit 2012 lebt das Paar im saarländischen Merzig zusammen, unternimmt gern Radtouren ins benachbarte Frankreich. Mit Blick auf seine eigene Rolle wirkt Lafontaine gelassener, seit er mit der 25 Jahre jüngeren Wagenknecht zusammen ist. Sie dürfte für ihn eine Garantin sein, dass sein politisches Erbe in der Partei fortgeführt wird.