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In Kürze I

Länderfusionen: Tiefensee: Verwaltungen stärker zusammenlegen ++ Soziales: Historiker Wehler vermisst Debatte über Ungleichheit ++ GSW: Neuer Aufsichtsratschef für Berliner Immobilienkonzern ++ JPMorgan: Wohl keine Strafe für Banker wegen Zockereien

Tiefensee: Verwaltungen stärker zusammenlegen

Der wirtschaftspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion und frühere Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee fordert eine engere Zusammenarbeit der Länder. „Für kleine können wir uns eigentlich schon heute keine separaten ministerialen Verwaltungsapparate und Landesbehörden mehr leisten“, sagte er der Berliner Morgenpost. „Wir sollten deshalb schnell damit beginnen, Verwaltungen länderübergreifend zusammenzulegen. Warum gründen Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen nicht eine Personalverwaltung Mitteldeutschland? Solche Dinge ließen sich doch schnell und einfach umsetzen“, so Tiefensee.

Historiker Wehler vermisst Debatte über Ungleichheit

Der Historiker Hans-Ulrich Wehler sieht in Deutschland ein inakzeptables Gefälle zwischen Arm und Reich. „Ich kritisiere, dass in den letzten zehn, zwölf Jahren eine krasse Verschärfung der Ungleichheit in der Bundesrepublik aufgetreten ist“, sagte der 81 Jahre alte emeritierte Professor der Universität Bielefeld. 1989 hätten die Vorstände von Dax-Unternehmen 20 mal mehr verdient als der durchschnittliche Arbeitnehmer. Heute bekämen sie 200mal soviel. „Das sind so krasse Verhältnisse, dass ich mich ja immer nur wundere, warum da nicht längst eine lebhafte Debatte läuft“, sagte Wehler, der zu den bekanntesten Historikern in Deutschland gehört.

Neuer Aufsichtsratschef für Berliner Immobilienkonzern

Der Berliner Immobilienkonzern GSW hat nach Personalquerelen einen neuen Aufsichtsratschef. Der 71 Jahre alte Unternehmer Claus Wisser wurde vom Aufsichtsrat mit sofortiger Wirkung zu seinem Vorsitzenden gewählt, wie GSW in Berlin mitteilte. Wisser ist Gründer der Gebäudemanagement-Firma Wisa. GSW-Chef Bernd Kottmann und Aufsichtsratschef Eckart John von Freyend hatten ihre Posten im Juli aufgegeben, nachdem die Aktionäre ihnen das Misstrauen ausgesprochen hatte. Ein Nachfolger für Kottmann wird noch gesucht. Die GSW hat einen Bestand von knapp 60 000 Wohnungen in Berlin.

Wohl keine Strafe für Banker wegen Zockereien

Der mutmaßliche Hauptverantwortliche für das milliardenschwere Spekulationsdesaster der US-Großbank JPMorgan kommt einem Bericht zufolge wahrscheinlich ohne Strafe davon. Das US-Justizministerium und die Börsenaufsicht SEC konzentrierten sich bei ihren Ermittlungen nicht länger auf den Franzosen Bruno Iksil, berichtet das „Wall Street Journal“. Damit drohe dem wegen seiner gigantischen Finanzwetten als „Londoner Wal“ bekannt gewordenen Händler keine Anklage. Die fehlgeschlagenen Zockereien von Iksils Abteilung in London hatten 2012 ein Loch von 6,2 Milliarden Dollar in die Bilanz von JPMorgan gerissen.