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Justiz: Vermisste Mollath-Unterlagen lagern bei Ex-Ehefrau

Viele der angeblich verschollenen Unterlagen des aus der Psychiatrie entlassenen Gustl Mollath lagern nach einem Medienbericht bei seiner Ex-Ehefrau in Nürnberg.

Mollaths Habe sei „nur einen Anruf weit entfernt“, in mehreren Kisten „sauber verpackt und akribisch gefaltet“, sagte sie dem „Nordbayerischen Kurier“. Dazu gehörten neben Zeugnissen auch Fotos, Urkunden, Mollaths Führerschein und sein inzwischen abgelaufener Personalausweis. Auch ein Bild seiner Mutter sei dabei, berichtet die frühere Ehefrau dem Blatt. Lediglich die in Kisten verpackte Kleidung habe sie zwischenzeitlich wegwerfen müssen. Die Lagerung habe der Kleidung nicht gutgetan, erklärte sie.

Der 56 Jahre alte Nürnberger hatte mehrfach erklärt, er habe mit der Versteigerung seines Hauses im Stadtteil Erlenstegen sein gesamtes Hab und Gut verloren, nicht mal einen Ausweis habe er. Er war am Dienstag nach einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Nürnberg nach sieben Jahren aus der Psychiatrie entlassen worden. Dass sein Haus versteigert und er in die Psychiatrie eingewiesen worden sei, dafür sei Mollath selbst verantwortlich, sagte seine inzwischen wieder verheiratete 53-jährige Ex-Frau. Mollath war 2006 als gemeingefährlich in die Psychiatrie eingewiesen worden. Unter anderem soll er seine Frau misshandelt und Autoreifen zerstochen haben. Mollath sieht sich als Opfer eines Komplotts seiner früheren Ehefrau und der Justiz, weil er auf Schwarzgeldgeschäfte in Millionenhöhe hingewiesen habe. Mollath hatte 2003 seine Frau, eine Vermögensberaterin bei einer Bank, und andere wegen unsauberer Geschäfte angezeigt. Die Vorwürfe wurden nicht weiterverfolgt, erwiesen sich später aber teilweise als zutreffend.