Gedenken

„I Have a Dream“: Obama spricht 50 Jahre nach King

US-Präsident plant Rede am Lincoln Memorial

Am 50. Jahrestag der berühmten Rede „I Have a Dream“ von Martin Luther King will US-Präsident Barack Obama buchstäblich in die Fußstapfen des schwarzen US-Bürgerrechtlers treten. Wie das Weiße Haus mitteilte, wird Obama bei der Zeremonie am 28. August in Washington eine Rede halten – und dabei auf derselben Stufe am Lincoln Memorial in Washington stehen wie King 1963.

Der erste schwarze US-Präsident will darüber sprechen, was sich seit der historischen Rede in den Beziehungen zwischen Weißen und Schwarzen in den USA geändert hat. King hatte mit seinen Worten „I Have a Dream“ (Ich habe einen Traum) die Hoffnung auf ein Ende der Rassentrennung und auf ein friedliches Zusammenleben von Menschen aller Hautfarben ausgedrückt. Die Rede des Pastors und Bürgerrechtlers aus Atlanta war 1963 der krönende Abschluss eines „Marschs auf Washington für Arbeit und Freiheit“. Zu der Kundgebung am weltberühmten Denkmal für Präsident Abraham Lincoln, der einst die Sklaverei abschaffte, versammelten sich damals 250.000 Menschen.

Friedensnobelpreis 1964

Für das Ende der Sklaverei hatte Lincoln im Jahr 1865 mit dem 13. Verfassungszusatz gesorgt. Präsident Lyndon B. Johnson, der Nachfolger des ermordeten John F. Kennedy, unterzeichnete 1964 und 1965 Bürgerrechtsgesetze, in denen das Recht der Schwarzen auf Gleichbehandlung festgeschrieben wurde. Aber bis heute ist Diskriminierung eine der großen Herausforderungen der US-Gesellschaft. Vor wenigen Wochen hatte der Freispruch für einen Weißen, der den schwarzen Jugendlichen Trayvon Martin erschossen hatte, zu landesweiten Protesten geführt.

In Washington wird der Jahrestag von Kings berühmtester Rede vom 21. bis zum 28. August mit Gottesdiensten, einem „Festival der Freiheit“ und Konferenzen gefeiert. Außerdem gibt es einen Marsch, der dem Pfad von damals folgt. Obamas Rede vor dem Lincoln Memorial wird in diesem Jahr den Höhepunkt bilden. Martin Luther King wurde 1964 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet und am 4. April 1968 ermordet.

Das gewaltige Lincoln-Denkmal im Zentrum Washingtons wurde 1922 fertiggestellt, es ist in jedem Jahr Anziehungspunkt für Millionen Touristen. Der Säulenbau im griechischen Stil beherbergt ein Museum. Oberhalb der Treppenstufen steht eine 5,80 Meter hohe Statue des sitzenden Lincoln aus weißem Marmor. Im Juli war das Denkmal mit grüner Farbe verunstaltet worden.

Die Faszination, die Lincoln auf die Amerikaner ausübt, ist ungebrochen. So drehte Erfolgsregisseur Steven Spielberg („Schindlers Liste“, „Indiana Jones“) zuletzt einen Kinofilm über den US-Präsidenten. „Lincoln“ war einer der Oscar-Favoriten für den besten Film. Letztlich gewann Daniel Day-Lewis, der den Präsidenten spielte, den Oscar als bester Hauptdarsteller. Hinzu kam ein Oscar für das beste Bühnenbild.