Bundeswehr

Fünf deutsche Soldaten in Afghanistan verwundet

Bei einem Anschlag nahe der nordafghanischen Stadt Kundus sind am Montag fünf Bundeswehrsoldaten verwundet worden.

Die Deutschen seien auf dem Rückweg aus dem Unruhedistrikt Khahar Darreh in das sieben Kilometer entfernte Feldlager Kundus auf eine Sprengfalle gefahren und anschließend in ein längeres Gefecht verwickelt worden. Die Angreifer hätten die Soldaten mit Panzerfäusten und Gewehren beschossen. Ein Radpanzer der Bundeswehr sei bei der Explosion des Sprengsatzes beschädigt worden. Hubschrauber hätten die fünf Verwundeten ins Lazarett im Feldlager Kundus gebracht.

Anschläge auf die Bundeswehr in Afghanistan und besonders komplexere Angriffe mit Feuergefechten waren in den vergangenen Monaten selten geworden, da die Aufständischen inzwischen eher die schlechter geschützten und bewaffneten einheimischen Sicherheitskräfte attackieren. Die Afghanen sind mittlerweile in weiten Teilen ihres Landes selbst für die Sicherheit verantwortlich, während die ausländischen Truppen in die zweite Reihe getreten und bereits mit ihrem Abzug beschäftigt sind. Die Bundeswehr will das Lager in Kundus im Oktober aufgeben. Nach Vorstellung des Bundeswehrverbands sollen auch nach dem Jahr 2014 deutsche Kampftruppen in Afghanistan bleiben. „Die Sicherheitslage in Afghanistan kann einen ängstigen“, sagte Verbandschef Ulrich Kirsch. Die Bundesregierung sicherte Schutz für die geplante Ausbildungsmission nach 2014 zu, beharrte aber darauf, den Kampfeinsatz wie geplant zu beenden.

„Zu sagen, wir bräuchten nach 2014 keine Kampftruppen mehr, mag wahltaktisch schön sein, entspricht aber nicht der Realität“, sagte Kirsch. Nur mithilfe solcher Kampftruppen ließe sich rasch auf Krisen reagieren, die in „dieser wackeligen Sicherheitslage ganz schnell entstehen“. Die Kampftruppe sei zudem erforderlich, „um gegebenenfalls unsere eigenen Leute herauszuholen“.

Die Bundesregierung hatte im Frühjahr erklärt, nach Ende des derzeitigen Isaf-Mandats sollten zunächst 600 bis 800 Bundeswehrsoldaten zur Ausbildung und Unterstützung der einheimischen Truppen in Afghanistan bleiben. Ein Sprecher des Verteidigungsministeriums betonte, dass der Auftrag für die Soldaten in Afghanistan nach 2014 ein anderer als derzeit und keine Kampfmission sein werde. Schwerpunkt werde die Ausbildung afghanischer Sicherheitskräfte sein.