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In Kürze III

Geruchssinn: Gene bestimmen, was dem Menschen stinkt ++ Ernährung: Klimawandel bedroht die Hungerbekämpfung ++ Geoforschung: Schlammvulkan „Lusi“ erstickt die Meeresumwelt

Gene bestimmen, was dem Menschen stinkt

Jeder Mensch lebt in seiner eigenen Geruchswelt. Manchen wird beispielsweise vom Geruch von Koriander fast schlecht, andere lieben das Kraut. Forscher vom New Zealand Institute for Plant and Food Research berichten in „Current Biology“, dass sie Zusammenhänge zwischen dem Geruchsempfinden und dem Erbgut gefunden haben. Die Wahrnehmung von vier von zehn typischen Gerüchen waren mit bestimmten Erbgutvarianten korreliert. Der Geruch von Malz wird beispielsweise durch Isobutyraldehyd bestimmt, beta-Damascenon riecht nach Apfel. Auch die Wahrnehmung des Aromas von Blauschimmelkäse und von Veilchenduft scheint eng mit den Genen zusammenzuhängen. Beim Veilchenduft, der durch beta-Ionon entsteht, fanden die Forscher heraus, dass Menschen mit einer bestimmten Genvariante den Geruch als säuerlich, scharf und unangenehm empfinden. Menschen mit einer anderen Genvariante entzückt der Duft.

Klimawandel bedroht die Hungerbekämpfung

Der Klimawandel kann den Hunger auf der Welt vergrößern. Durch einen Anstieg der Durchschnittstemperatur von 1,8 bis 4 Grad werde es zu Dürren und vermehrten Extremwetterlagen kommen, schreiben der britische Agrarwissenschaftler Tim Wheeler und der Bonner Entwicklungsforscher Joachim von Braun in „Science“. Das gelte insbesondere für Regionen, die von Ernährungsunsicherheit betroffen seien, etwa das südliche Afrika und Südasien. Rund zwei Milliarden Menschen seien von Hunger oder Fehlernährung betroffen. Der Klimawandel sei zudem für Rückschritte bei der Bekämpfung von Hunger verantwortlich. Seit 1990 habe sich der Anteil der Hungernden an der Gesamtbevölkerung von 23 Prozent auf 15 Prozent verringert. „Seit dem Jahr 2007 hat sich diese insgesamt positivere Entwicklung aber wieder abgeschwächt“, sagt von Braun. Ursachen seien steigende Nahrungsmittelpreise, Finanzkrisen und Extremwetter.

Schlammvulkan „Lusi“ erstickt die Meeresumwelt

Der seit sieben Jahren auf der indonesischen Insel Java aktive Schlammvulkan „Lusi“ schadet nicht nur Menschen, sondern auch Tieren und Pflanzen. Der Schlamm bewirkt, dass das Wasser im Fluss Porong und in der Küstenregion so sauerstoffarm wird, dass viele Lebewesen hier nicht mehr leben können. Ein Team um Tim Jennerjahn vom Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie hat die Gewässer Ostjavas untersucht. Jedes Jahr treten die Flüsse während des Monsuns über die Ufer. Dadurch wird viel Schlamm ins Meer getragen. Der Vulkanschlamm komme noch hinzu und treibe den ökologischen Verfall des Porong und der Küstengewässer zusätzlich voran, sagt Jennerjahn. Bakterien zersetzen des organische Material im Schlamm und verbrauchen dabei so viel Sauerstoff, dass es für andere Lebewesen nicht mehr reicht.