Sicherheitsbedenken

Deutschland schließt vorerst Botschaft im Jemen

USA geben Reisewarnung heraus. Behörden haben offenbar Hinweise auf Terroranschläge

Wegen offenkundig erhöhter Terrorgefahr schließt neben den USA und Großbritannien auch Deutschland vorübergehend seine Botschaft im Jemen. Die Vertretung in der Hauptstadt Sanaa bleibe am Sonntag und Montag aus Sicherheitsgründen geschlossen, sagte ein Außenamtssprecher am späten Freitagabend in Berlin. Details zu den Hintergründen wurden nicht genannt.

Zuvor hatten die USA eine weltweite Reisewarnung bis Ende August herausgegeben und angekündigt, 21 Botschaften und Konsulate in Nahost am Sonntag nicht zu öffnen. Die britische Botschaft im Jemen bleibt Sonntag und Montag geschlossen.

Hintergrund ist ein erhöhtes Risiko von Anschlägen des Terrornetzwerks al-Qaida, wie das State Department am Freitag in Washington erklärte. Besonders gefährdet sind demnach der Nahe Osten, Nordafrika und die arabische Halbinsel. Angesichts der verschärften Sicherheitslage ordnete die US-Regierung zudem an, am Sonntag vorsorglich 21 US-Botschaften in der gesamten muslimischen Welt zu schließen.

Geschlossen bleiben demnach unter anderem die Botschaften in Bagdad, Kabul, Kairo, Kuwait-Stadt, Dubai sowie Tripolis, Algier und Riad. Ebenfalls nicht öffnen werden die US-Vertretungen in Abu Dhabi, Jordanien, Bangaldesch, Sudan, Bahrain sowie im Jemen und Oman.

Nach US-Angaben planen Al-Qaida-Terroristen und ihre Verbündeten Terroranschläge „sowohl in der Region, als auch darüber hinaus“. Kritisch sei der Zeitraum „zwischen jetzt und Ende August“.

In der Reisewarnung werden US-Bürger dazu aufgefordert, besondere Vorsicht bei Auslandsreisen walten zu lassen und sich bei Konsulaten und Botschaften ihrer Gastländer registrieren zu lassen. Konkret warnte das State Department, dass Gefahren unter anderem an von Touristen besuchten Orten und im öffentlichen Verkehr drohen. Bisherige Anschläge hätten unter anderem auf U-Bahnen, Züge, Flugzeuge und Boote abgezielt, hieß es in der Erklärung.

Erst am Donnerstag hatte Außenamtssprecherin Marie Harf mitgeteilt, dass die USA wegen Sicherheitsrisiken einige ihrer Botschaften und Konsulate am Sonntag schließen. Das sei als Vorsichtsmaßnahme zu verstehen, sagte sie. Die 21 Vertretungen der USA könnten aber auch über den kommenden Sonntag hinaus geschlossen bleiben.

Der Vorsitzende des Außenausschusses des US-Repräsentantenhauses, Ed Royce, bestätigte am Freitag, dass auch die Schließung der US-Vertretungen mit der Bedrohung durch die al-Qaida im Zusammenhang stehen.

Im vergangenen Jahr hatte das US-Außenministerium seine diplomatischen Einrichtungen in muslimisch geprägten Ländern vor möglicher Gewalt rund um den Jahrestag der Anschläge vom 11. September gewarnt wird. Schließlich kam es vor Dutzenden Vertretungen zu Protesten gegen ein antiislamisches Schmähvideo. Im libyschen Bengasi wurden Botschafter Christopher Stevens und drei seiner Mitarbeiter getötet, als militante Extremisten das Konsulat stürmten.