Bundesregierung

Wolfgang Schäuble fühlt sich als „glücklicher Mensch“

Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) sieht sich trotz mehrerer Schicksalsschläge in den vergangenen Jahren als glücklichen Menschen.

Schäuble sagte der „Bild am Sonntag“: „Ich habe in den letzten Jahren meine beiden Brüder verloren und war selber so schwer krank, dass ich weiß, dass das Leben endlich ist. Mein Beruf erfüllt mich, und ich bin mit mir im Reinen. Ich bin ein glücklicher Mensch.“

Jedoch sagte Schäuble, dass er seiner Arbeit als Politiker möglicherweise zu viel Raum in seinem Leben gegeben habe: „Letzte Gedanken kommen einem erst, wenn es tatsächlich so weit ist. Vielleicht hätte ich mehr Zeit mit meiner Frau und den Kindern verbringen können. Aber die haben das alles wunderbar gemacht und mitgetragen.“ Als süchtig nach seinem Job empfindet sich der Minister nicht: „Politik nimmt in meinem Leben viel Raum ein, immerhin bin ich Politiker, aber es ist keine Droge. Im Urlaub zum Beispiel bin ich nicht auf Entzug, da fehlt mir die Politik überhaupt nicht.“

Der Minister hält sich außerdem fit genug für eine weitere Legislaturperiode als Abgeordneter und Bundesminister: „Ich habe mich sorgfältig geprüft und mir Rat geholt. Ich habe mit meinen Parteifreunden beratschlagt. Die Arbeit macht mir Freude, es kommen wichtige Aufgaben auf uns zu, ich bin fit.“ Er betonte die Dringlichkeit dieser Aufgaben: „Wir müssen Europa zusammenhalten, damit nicht die Welt aus den Fugen gerät. Daran würde ich gern weiterarbeiten.“ Deshalb kandidiere er wieder. „Alles weitere sehen wir nach der Wahl. Ich bin da ganz entspannt.“ Im Deutschlandfunk brach der 70-Jährige eine Lanze für ältere Parlamentarier im Bundestag. „Es muss auch ein paar Abgeordnete geben mit viel Erfahrung, warum sollen nicht auch ein paar über 70-Jährige im Bundestag sein?“ Der Politiker, der seit einem Attentat 1990 gelähmt ist, gehört dem Parlament seit 1972 an.