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In Kürze II

USA: Snowdens Vater appelliert an Präsident Barack Obama ++ Syrien: Vereinbarung mit UN zu Chemiewaffen-Inspektionen ++ Italien: Erneut rassistischer Angriff auf schwarze Ministerin ++ Tunesien: Bombenanschlag vor Trauerfeier für Brahmi

Snowdens Vater appelliert an Präsident Barack Obama

Der Vater von Edward Snowden hat US-Präsident Barack Obama in einem Brief dazu aufgefordert, die Strafanzeige gegen den flüchtigen Ex-Geheimdienstler fallen zu lassen. Er drängte Obama und Justizminister Eric Holder dazu, der von Edward Snowden aufgedeckten Spionage durch den Geheimdienst NSA mit entsprechenden Gesetzen ein Ende zu bereiten. Lon Snowden, der die Enthüllungen seines Sohnes vor drei Wochen als tapfer und ehrenwert bezeichnet hatte, kritisierte die Regierung und den US-Kongress. Deren Eifer, den Computerspezialisten zu bestrafen, sei skrupellos und unvertretbar.

Vereinbarung mit UN zu Chemiewaffen-Inspektionen

Syrien hat eine Vereinbarung mit den Vereinten Nationen (UN) in der Frage der Chemiewaffen-Inspektionen bestätigt. Zum konkreten Inhalt wurde zunächst nichts bekannt. Zwei UN-Abrüstungsexperten hatten kürzlich Damaskus besucht. Anschließend veröffentlichten die UN eine gemeinsame Erklärung mit Syrien. Darin heißt es: „Die Diskussionen waren tiefgehend und produktiv und führten zu einer Vereinbarung über das weitere Vorgehen.“ Die UN-Abrüstungsbeauftragte Angela Kane und der Giftgasexperte Åke Sellström hatten in der syrischen Hauptstadt mit Regierungsvertretern verhandelt.

Erneut rassistischer Angriff auf schwarze Ministerin

Italiens erste schwarze Ministerin, Cecile Kyenge, ist abermals Ziel eines rassistisch motivierten Angriffs geworden. Bei einer Rede auf einer Parteikundgebung in Cervia wurden Bananen geworfen. Die im Kongo geborene Politikerin bezeichnete dies später bei Twitter als traurigen Zwischenfall. Die Ministerin für Integration stößt mit ihren Plänen, die Einwanderung in Italien zu erleichtern, vor allem bei rechtsextremen und nationalistischen Kräften auf Widerstand. Vor wenigen Tagen hatte Senatsvizepräsident Roberto Calderoli gesagt, beim Anblick Kyenges fühle er sich an einen Orang-Utan erinnert.

Bombenanschlag vor Trauerfeier für Brahmi

Tausende Menschen haben am Sonnabend in Tunesien an einem Trauermarsch für den ermordeten Oppositionspolitiker Mohammed Brahmi teilgenommen. Die Menge folgte einem Militärfahrzeug, in dem der Leichnam Brahmis auf den Friedhof Jellaz transportiert wurde. Die Demonstranten skandierten regierungskritische Parolen und forderten den Sturz der politischen Führung Tunesiens. Wenige Stunden vor dem Trauermarsch für Brahmi kam es zu einer neuen Eskalation: Vor einer Polizeiwache in der Hauptstadt Tunis explodierte eine Bombe. Verletzt wurde niemand.