Gefangenenaufstand

Mehr als tausend Häftlinge brechen im libyschen Bengasi aus

Im libyschen Bengasi sind am Sonnabend mehr als tausend Häftlinge aus einem Gefängnis ausgebrochen.

Es habe einen Aufstand der Gefangenen und einen Angriff von außen auf die Haftanstalt al-Kuifja gegeben, sagte ein Vertreter der Sicherheitskräfte. Darauf sei den Häftlingen die Flucht gelungen. Spezialeinheiten seien nach dem Massenausbruch als Verstärkung angefordert worden. Einige der Häftlinge seien wegen Vorwürfen im Zusammenhang mit der ehemaligen Regierung von Muammar al-Gaddafi in Haft. Regierungschef Ali Seidan bestätigte den Ausbruch. Ihm zufolge griffen Anwohner das Gefängnis an, weil sie die Haftanstalt nicht mehr in der Nähe ihrer Wohnungen wollten. Grenzposten und Sicherheitskräfte seien angewiesen worden, die Entflohenen wieder festzunehmen. Der Ausbruch fand vor dem Hintergrund starker Spannungen nach der Ermordung eines politischen Aktivisten in Bengasi am Freitag statt. Am Sonnabend protestierten Tausende gegen die Bluttat. Die Proteste richteten sich vor allem gegen die Muslimbruderschaft, die für das Attentat auf den Anwalt Abdessalem al-Mesmari verantwortlich gemacht wurde. In Tripolis verwüsteten Demonstranten die Büros der liberalen Allianz Nationaler Kräfte sowie der islamistischen Partei für Gerechtigkeit und Wiederaufbau.