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In Kürze II

Zuwanderung: Blue Card lockt nur 2500 Ausländer nach Deutschland ++ Russland: Pussy-Riot-Musikerin bleibt weiter in Haft ++ Vereinte Nationen: Kritik an Australiens Flüchtlingspolitik

Blue Card lockt nur 2500 Ausländer nach Deutschland

Die vor einem Jahr eingeführte Blue Card für hoch qualifizierte Fachkräfte trifft im Ausland kaum auf Resonanz. Von den bislang knapp 9000 verteilten Blauen Karten gingen rund 70 Prozent an Ausländer, die sich bereits in Deutschland aufhielten. Bis zum 30. Juni zählte das zuständige Bundesamt für Migration und Flüchtlinge 8879 Blue-Card-Inhaber. Davon waren 2536 Personen (28,56 Prozent) wegen der Blauen Karte eingereist, teilte das Bundesamt mit. „Bei den restlichen Inhabern liegt ein Statuswechsel aus einem anderen Aufenthaltsstatus heraus vor.“ Die meisten Blue-Card-Besitzer kamen aus Indien (1971), China (775) und Russland (597). Das Bürgerkriegsland Syrien ist mit 389 Akademikern ebenfalls stark vertreten. Außerdem haben Hochschulabsolventen aus Drittstaaten seit dem 1.August 2012 das Recht, für ein halbes Jahr nach Deutschland zu kommen, um sich eine Stelle zu suchen.

Pussy-Riot-Musikerin bleibt weiter in Haft

Die Pussy-Riot-Aktivistin Nadeschda Tolokonnikowa muss weiter im Gefängnis bleiben. Ihren Berufungsantrag gegen ein früheres Urteil, das ihr die vorzeitige Haftentlassung verweigert, lehnte ein Gericht am Freitag ab. Vertreter von Tolokonnikowas Strafkolonie sprachen sich in der Anhörung gegen eine Haftverkürzung aus, weil die Musikerin keine Reue gezeigt habe. Drei Frauen von Pussy Riot waren im März 2012 nach einem Protest gegen Kreml-Chef Wladimir Putin in der wichtigsten orthodoxen Kathedrale in Moskau festgenommen und am 17. August 2012 wegen Rowdytums aus religiösem Hass verurteilt worden. Vor Kurzem hatten mehr als 100 Musikstars Freiheit für Pussy Riot gefordert.

Kritik an Australiens Flüchtlingspolitik

Das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR beobachtet die neue australische Asylpolitik mit Sorge. Die Pläne, Bootsflüchtlinge künftig zur Prüfung eines möglichen Asyls nach Papua-Neuguinea zu bringen, ließen ernsthafte Fragen nach dem Schutz der Menschen aufkommen, hieß es. Papua-Neuguinea verfüge derzeit nicht über ausreichende Standards für die Aufnahme von Asylsuchenden. Nach Einschätzung des UNHCR ist der Inselstaat nördlich von Australien nicht für die Aufnahme der Menschen und die Prüfung der Asylgesuche gewappnet. Es fehlten Kapazitäten und Expertise. Außerdem seien die Bedingungen in den Lagern schlecht. Vor allem Familien mit Kindern seien gesundheitlich gefährdet.