Außenpolitik

Japan freut sich auf Kennedy-Tochter als US-Botschafterin

US-Präsident Barack Obama schickt eine Kennedy als Botschafterin nach Japan: Er nominierte am Mittwoch Caroline Kennedy, die Tochter des ermordeten Präsidenten John F. Kennedy, für den wichtigen Posten.

Trotz fehlender außenpolitischer Erfahrung der 55-Jährigen zeigte sich die japanische Regierung erfreut über den Schritt und sah darin einen Beleg für die engen Beziehungen mit dem Verbündeten USA.

Die 55-jährige Anwältin, die als Autorin und Verlegerin tätig ist, gehörte zu den ersten Unterstützern Obamas während seiner Präsidentschaftskandidatur für die Demokraten. In den USA ist es nicht unüblich, auch wichtige Botschafterposten an Prominente zu vergeben, selbst wenn sie wie Kennedy über keine diplomatische oder politische Vorerfahrung verfügen. Der US-Senat muss der Personalie noch zustimmen. Offene Kritik an Kennedy gab es in den USA nicht – ganz anders als 2008, als sie erwogen hatte, für den Senatorenposten in New York zu kandidieren. Die dreifache Mutter zog sich damals schließlich zurück.

In den USA ist der Glanz der Kennedy-Dynastie auch 50 Jahre nach der Ermordung von John F. Kennedy nicht verblasst. Caroline Kennedy war fünf Jahre alt, als ihr Vater im November 1963 erschossen wurde. Nach dem Unfalltod ihres Bruders John Jr. 1999 ist außer ihr niemand mehr von John F. Kennedys Familie am Leben. Japan sehe die Personalie mit „großer Wertschätzung“, weil sie den „hohen Stellenwert“ verdeutliche, den Obama seinem Verbündeten beimesse, erklärte das Außenministerium in Tokio. Tatsächlich war der Posten in Japan traditionell ein Amt, das an hochkarätige US-Vertreter ging, darunter Ex-Vizepräsident Walter Mondale und der ehemalige Vorsitzende des Repräsentantenhauses, Tom Foley. Obamas Wahl während seiner ersten Amtszeit, John Roos, der dem Präsidenten im Wahlkampf als Geldbeschaffer gedient hatte, war in Japan zunächst eher zurückhaltend aufgenommen worden.