Konjunktur

Gewinnrückgang: Die China-Krise hat BASF voll erwischt

Der stotternde Wachstumsmotor China und die anhaltend trübe Konjunktur in vielen Ländern Europas stimmen den weltgrößten Chemiekonzern BASF pessimistisch.

Nach einem unerwarteten Gewinnrückgang im zweiten Quartal gibt BASF-Chef Kurt Bock die Hoffnung auf eine spürbare Belebung der Geschäfte im weiteren Jahresverlauf auf. BASF gilt als Konjunkturbarometer, da der Konzern fast alle anderen Industriezweige beliefert.

„Das Erreichen der Jahresziele ist heute deutlich anspruchsvoller als noch zu Jahresbeginn zu erwarten war“, gab Bock zu. Er rechne nicht mit einer Belebung des weltweiten Wirtschaftswachstums und der Chemienachfrage in der zweiten Jahreshälfte. Magere Aussichten für das eigene Geschäft. „Wir gehen davon aus, dass die Entwicklung im zweiten Halbjahr flach verlaufen wird und das messen wir im Vergleich zum ersten Halbjahr 2013“, sagte Bock. Zwar sollen Umsatz- und bereinigter Betriebsgewinn (Ebit) 2013 wie geplant zulegen – im Vorjahr standen Erlöse von 72,13 Milliarden Euro und ein bereinigtes Ergebnis von 6,65 Milliarden Euro in den Büchern. Doch von ihrem Ziel einer Verbesserung in allen Sparten rückten die Ludwigshafener ab.

„Die europäische Wirtschaft schrumpft leicht, der chinesische Wachstumsmotor läuft nicht mehr auf Hochtouren, die USA wachsen moderat“, sagte Bock. „Die Auswirkungen spüren wir deutlich.“ So reduzierte sich im zweiten Quartal der Betriebsgewinn vor Sondereinflüssen – wie etwa Restrukturierungen – binnen Jahresfrist um fünf Prozent auf 1,8 Milliarden Euro. Analysten hatten BASF zwei Milliarden Euro zugetraut. In Europa, wo die Schuldenkrise immer noch viele Länder fest im Griff hat, brach das bereinigte Betriebsergebnis sogar um 19 Prozent ein. Und auch in der wichtigen Wachstumsregion Asien mit dem Schlüsselmarkt China rutschte das Ergebnis um zwölf Prozent ab. Angesichts des härteren Umfelds will BASF bei seinen geplanten Neuanstellungen in den Schwellenländern nun auf die Bremse treten.