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Staatsanwaltschaft legt das Portal 1Load.net still

Das Download-Portal 1load.net ist seit Donnerstag nicht mehr zu erreichen.

Die Internetseite soll Tausende urheberrechtsgeschützte Filme, TV-Serien, Spiele, E-Books, Software, Porno- und Musikdateien im Internet angeboten haben. Das Portal verschwand aus dem Netz, nachdem die Generalstaatsanwaltschaft ein Rechenzentrum sowie die Wohnungen zweier Verdächtiger in Leipzig und im thüringischen Altenburg durchsucht hatte. „Wir ermitteln wegen gewerbsmäßiger unerlaubter Verwertung von urheberrechtlich geschützten Werken in mehr als 95.000 Fällen“, sagte Oberstaatsanwalt Wolfgang Klein.

Die Generalstaatsanwaltschaft ist nach eigener Angabe während der Ermittlungen zum bekannten Streaming-Portal Kino.to auf Hinweise zu 1load.net gestoßen. „Wir haben auch diesmal eine Vielzahl technischer Daten gesichert, die es jetzt auszuwerten gilt“, sagte Klein. Die beiden Verdächtigen würden sich „kooperativ“ verhalten. Ihnen droht eine Strafe, die von einer Geldstrafe bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe reichen kann.

Die Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) teilte in einer Presseerklärung mit, zu dem aktuellen Verfahren beigetragen zu haben. Sie habe Hinweise auf Geschäftsbeziehungen von 1load.net zu Dienstleistern, die schon für Kino.to Werbung vermittelt hätten, an die Generalstaatsanwaltschaft weitergeben. 1load.net ist nach Informationen der GVU zuletzt stark gewachsen. Spätestens seit Anfang 2008 sei das Portal online gewesen, teilten die Urheberrechtsschützer mit. Zunächst habe es Verweise zu insgesamt 1621 verschiedenen Dateien angeboten. Ende 2012 habe 1load.net dann insgesamt 102.480 Titel durch kuratierte Datenbankeinträge öffentlich zugänglich gemacht.

Die Datenbank hätte mit Hilfe von Links auf sogenannte Filehoster verwiesen, bei diesen Diensten seien die Dateien gespeichert gewesen. „Indem die Nutzer von 1load.net die Links anklickten, wurden sie zu diesen Filehostern weitergeleitet und konnten von dort aus die Werke illegal herunterladen“, beschreibt die GVU die Funktionsweise. Das Download-Portal 1load.net habe sich über Werbung finanziert.