Kommentar

Der Preiskampf geht weiter

Oliver Schade über die Folgen der Übernahme für Verbraucher

Die Nachricht kam überraschend, auch wenn in den vergangenen Jahren schon häufiger über einen Zusammenschluss der beiden Telekommunikationsanbieter O2 und E-Plus spekuliert worden war. Ein neuer nationaler Mobilfunkgigant mit mehr als 40 Millionen Kunden positioniert sich auf dem deutschen Markt – größer als die Deutsche Telekom und Vodafone. Für die Kunden wird sich zunächst wohl wenig ändern, ein neuer Name, vielleicht eine neue Servicenummer – das war’s.

Nun werden also nur noch drei bedeutende Anbieter auf dem deutschen Telekommunikationsmarkt aktiv sein. Die Schlussfolgerung liegt nahe, dass in diesem engen Oligopol Preiserhöhungen im Zuge von Absprachen unausweichlich sein könnten. Doch die Wirklichkeit war in den vergangenen Jahren mit nur vier Anbietern eine andere.

Die Kunden profitierten von fallenden Tarifen und unzähligen preislich interessanten Sonderangeboten. Nicht selten blieb bei diesem unerbittlichen Preiskampf allerdings der Service auf der Strecke. Teure Servicenummern, lange Warteschleifen und inkompetente Ansprechpartner im Problemfall sind heute eher die Regel als die Ausnahme.

An diesen unbefriedigenden Zustand haben sich viele Handy- und Internetkunden fast schon gewöhnt. Und der Wegfall des vierten deutschen Anbieters auf dem Telekommunikationsmarkt dürfte diesen Prozess eher noch verschärfen. Denn nun müssen zur Refinanzierung des Milliardengeschäfts erneut Kosten gesenkt oder – wie es im Betriebswirtschaftsdeutsch heißt – Synergien gehoben werden.

Allerdings wird die neue Nummer eins ihre Marktführerschaft mit aller Macht verteidigen wollen. Und dies geht im preissensiblen Geschäft mit Telefoneinheiten und Bits letztlich nur über die Tarife. Darüber kann der Verbraucher sich dann freuen.