Religion

Union: Pakistan soll inhaftierte Christin freilassen

Die Unionsfraktion im Bundestag hat Pakistan die Missachtung der Religionsfreiheit vorgeworfen und die Abschaffung der Blasphemiegesetze gefordert.

Der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Volker Kauder (CDU), appellierte an die Regierung des asiatischen Landes, die 2009 wegen angeblicher Gotteslästerung zum Tode verurteilte Christin Asia Bibi freizulassen. „Ich fordere die pakistanische Regierung dazu auf, die von ihr unterzeichneten internationalen Vereinbarungen über die Menschenrechte endlich einzuhalten und die Religionsfreiheit auch Nichtmuslimen zu gewähren“, sagte Kauder. Bibis Schicksal stehe stellvertretend für das von mehr als 1200 auf Basis der Blasphemiegesetze verurteilten Menschen, sagte Kauder. Oft würden die Gesetze in nachbarschaftlichen Auseinandersetzungen missbraucht.

Kauder erinnerte daran, dass pakistanische Politiker wie Minister Shahbaz Bhatti oder Gouverneur Salman Taseer wegen ihres Eintretens gegen die Blasphemiegesetze ermordet worden seien. Bibi wurde wegen eines Verstoßes gegen die sogenannten Blasphemiegesetze als erste Frau zum Tode verurteilt. Sie soll schlecht über den Propheten Mohammed gesprochen haben. Die Christin hat diese Vorwürfe stets bestritten. Nach Angaben von Menschenrechtlern wurde sie unlängst in das Zentralgefängnis in der Provinz Punjab verlegt. Wegen der großen Entfernung könne ihre Familie sie nun nicht mehr versorgen.