Medizin

Schneller aus dem Krankenhaus, deutlich seltener Darmkrebs

Die Zahl der Tage, die Patienten im Krankenhaus verbringen, hat sich weiter verringert. Dies geht aus dem am Dienstag in Berlin vorgestellten Krankenhaus-Report der Krankenversicherung Barmer GEK hervor.

Demnach wurden Patienten im Jahr 2012 im Durchschnitt nach 8,3 Tagen entlassen, im Vorjahr waren es noch 8,4 Tage. Die Zahl der Behandlungen blieb dagegen mit 189 Fällen pro 1000 Versicherte nahezu gleich.

Besondere Erfolge verzeichnete die Krankenkasse bei Darmkrebs. Zwischen 2005 und 2012 sank die Zahl der Darmkrebspatienten, die im Krankenhaus behandelt werden mussten, um 21 Prozent. Dafür gibt es zwei Gründe: Wegen häufiger durchgeführter Früherkennungsmaßnahmen, wie etwa Darmspiegelungen, werden mehr Krebsvorstufen früh entfernt. Die Kassen übernehmen ab dem 55. Lebensjahr die Kosten einer kompletten Darmspiegelung. Und zweitens erfolgen Darmkrebstherapien häufiger ambulant. Trotz der guten Entwicklung spricht sich die Barmer dafür aus, weitere Maßnahmen zur Früherkennung anzubieten. Da nur etwa zehn Prozent der Männer zwischen 50 und 60 Jahren zur Vorsorge gehen, will die Kasse vor allem diese Zielgruppe ansprechen.

Im Vergleich zu anderen Leiden blieben die Patienten mit psychischen Störungen am längsten zur Behandlung im Krankenhaus. Dem Report zufolge entfielen 2012 17,7 Prozent aller Behandlungstage auf diese Diagnose. Den größten Anteil machte dabei die Therapie von Depressionen aus. Seit 1990 ist die Verweildauer im Krankenhaus wegen psychischer Störungen kontinuierlich gestiegen. Während vor 22 Jahren noch 175 Behandlungstage pro 1000 Versicherte gezählt wurden, waren es 2012 schon 293 Tage. Die Behandlungszeit von Herz-Kreislauf-Störungen ist dagegen seit 1990 erheblich gesunken – von 380 Tagen auf 213 Tage pro 1000 Versicherte.