Übergangsregierung

Ägyptischer Ministerpräsident ruft zur Versöhnung auf

Ägyptens Übergangsministerpräsident Hasel al-Beblawi hat die zerstrittenen Lager des Landes zur Versöhnung aufgerufen.

„Ägypten ist wichtiger für die Welt, als wir denken, und hat Besseres von uns verdient“, sagte Beblawi in einem Interview im staatlichen Fernsehen. Nach den wochenlangen Massenprotesten müssten die Straßen wieder sicher werden. Die dem gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi nahestehende Muslimbruderschaft schlug das Gesprächsangebot von Beblawi aus. „Es kann keinen Dialog geben, solange die Gewehrläufe auf die Gegner des Putsches gerichtet sind“, sagte der Sprecher der Muslimbruderschaft, Gehad al-Haddad.

Die Übergangsregierung wurde vor wenigen Tagen ohne Beteiligung der islamistischen Wahlsieger gebildet. Beblawis Bemühungen, die Muslimbruderschaft in die Regierungsbildung einzubeziehen, wurden schroff zurückgewiesen. Mursi wurde am 3. Juli entmachtet. Seither sind bei wiederholten Zusammenstößen von Gegnern und Anhängern Mursis rund 100 Menschen ums Leben gekommen. Auch am Wochenende gab es erneut Tote. Das Blutvergießen müsse beendet werden, sagte Beblawi. Zudem müsse die Wirtschaft wieder in Gang gebracht werden.

Übergangspräsident Adli Mansur beauftragte ein Komitee aus Rechtsexperten, die Verfassung des Landes zu überarbeiten. Die Verfassung hatte 2012 eine von Islamisten dominierte Versammlung entworfen. Eine überarbeitete Version muss vorliegen, bevor in Ägypten neu gewählt werden kann.