Militär

Machtdemonstration des Staates bei Protesten in Kairo

Begleitet von einer staatlichen Machtdemonstration sind in Ägypten Zehntausende Menschen für den gestürzten Präsidenten Mohammed Mursi auf die Straße gegangen.

Sie strömten nach den traditionellen Freitagsgebeten zu einer Moschee in der Kairoer Vorstadt Nasr und riefen Parolen gegen Armeechef Abdel-Fattah al-Sissi, der den Islamisten Mursi Anfang Juli für abgesetzt erklärt hatte. Auch die Gegner Mursis planten Demonstrationen. Die Polizei hat umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Am Himmel über Kairo zeigten die Streitkräfte, dass sie das Heft des Handelns in der Hand haben. Kurz nach dem Mittagsgebet donnerten zwei Formationen von Kampfflugzeugen über die Hauptstadt. Neun Armee-Hubschrauber, von denen fünf ägyptische Flaggen zogen, flogen in niedriger Höhe über den Dächern der Metropole. An einer Moschee in der Innenstadt kam es nach Polizeiangaben zu Handgemengen, als Mursi-Anhänger Sprechchöre gegen al-Sissi anstimmten. Die Polizei habe die Menge mit Warnschüsse zerstreut. Zwei Anhänger der Muslimbruderschaft seien festgenommen worden, weil sie ihre Gegner mit Fäusten und Knüppeln traktiert hätten. Führende Vertreter der Islamisten erklärten, sie wollten die Wiedereinsetzung Mursis gewaltfrei erreichen.