Militär

Bundeswehr plant Wachbataillon ohne „lange Kerls“

Aus Mangel an Bewerbern sollen beim Wachbataillon der Bundeswehr künftig auch klein gewachsene und kurzsichtige Bartträger aufmarschieren dürfen.

Das Verteidigungsministerium bestätigte am Donnerstag einen Bericht der „Bild“-Zeitung, wonach die Tauglichkeitskriterien derzeit entsprechend überarbeitet werden. Die Mitglieder der Vorzeigetruppe, die bei Staatsbesuchen und Großen Zapfenstreichen zum Einsatz kommt, müssen bislang mindestens 1,78 Meter groß sein und dürfen im Dienst weder eine Brille noch einen Bart tragen. Sinn der jahrzehntealten Vorschriften sei ein „einheitliches Bild“ des Wachbataillons, so das Ministerium.

Die Tradition der „langen Kerls“ geht auf den preußischen König Friedrich Wilhelm I. zurück. Für sein Königsregiment hatte er im 18. Jahrhundert bevorzugt zwei Meter große Soldaten angeworben. Seit der Bundeswehrreform sind die Bewerber allerdings knapp, weshalb in Zukunft auch kleinere Soldaten sowie randlose Brillen geduldet werden könnten. Eine Ministeriumssprecherin betonte allerdings, noch sei die umfassende Überarbeitung der Dienstvorschriften nicht abgeschlossen. Das Wachbataillon gilt als das Gesicht der Bundeswehr. Sein Hauptauftrag ist die Repräsentation Deutschlands. Zudem ist die Truppe für die Sicherung des Regierungssitzes verantwortlich.