CDU

Zwist bei Kauders: Volker will Siegfried aus Partei werfen

Der Familie von Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) steht vor der Bundestagswahl ein Bruderzwist ins Haus.

Weil sein Bruder Siegfried im Wahlkreis Villingen-Schwenningen trotz seiner CDU-Mitgliedschaft als unabhängiger Direktkandidat antreten will, hat Volker Kauder ein Parteiausschlussverfahren gegen ihn gefordert.

„Er kandidiert gegen einen von der CDU aufgestellten Kandidaten und will gleichzeitig Parteimitglied bleiben“, sagte Volker Kauder der „Saarbrücker Zeitung“. „Unabhängig von Familienzugehörigkeiten muss ich klar sagen: Das geht nicht.“ Auf die Frage, ob er ein Parteiausschlussverfahren gegen seinen Bruder fordere, antwortete der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag: „Daran führt nach meiner Auffassung kein Weg vorbei.“ Er bedauere sehr, dass es so weit gekommen sei, sagte Kauder. Er habe versucht, mit seinem Bruder Siegfried zu sprechen, „aber ich habe ihn nicht erreichen können“.

Siegfried Kauder ist derzeit im Bundestag Vorsitzender des Rechtsausschusses. Im November 2012 war er bei der Nominierung des Wahlkreis-Kandidaten zur Bundestagswahl nach parteiinternen Querelen unterlegen.

In Interviews warf er daraufhin seiner Partei vor, die Entscheidung gegen ihn sei auf undemokratischem Wege zustande gekommen. Siegfried Kauder zeigt sich vor einem möglichen Parteiausschlussverfahren gegen ihn gelassen. „Das schadet der CDU mehr als mir“, sagte Kauder in einem Interview mit der Illustrierten „Bunte“.

Die Menschen wollten Politiker, die nicht alles abnickten. Er habe eine Chance, weil er „wegen unchristlicher Tricksereien nicht mehr aufgestellt“ worden sei, sagte er weiter.