Spionage

„Guardian“: Microsoft half NSA mit Zugang zu E-Mails

Der Software-Riese Microsoft hat laut einem „Guardian“-Bericht dem US-Geheimdienst NSA geholfen, die Verschlüsselung von Daten durch Nutzer seiner Dienste zu umgehen.

So habe Microsoft vor dem Start des neuen Web-Mail-Portals Outlook.com sichergestellt, dass die NSA stets einen Zugriff auf die Informationen bekommen könne, schrieb die britische Zeitung am späten Donnerstagabend. Der Windows-Konzern betonte in einer Stellungnahme, er kooperiere mit den Behörden nur in den Fällen, in denen dies per Gesetz vorgeschrieben sei. Es handele sich nicht um einen flächendeckenden Zugriff, sondern stets nur um Einzelfälle.

Unterdessen will Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) mit einem Kurzbesuch in Washington den Spähvorwürfen auf den Grund gehen – und dabei auch deutlich werden. „Unter Freunden muss man Klartext reden können“, sagte er „Spiegel Online“ vor seiner Abreise am Donnerstagmittag. Am Freitag wollte er US-Justizminister Eric Holder und die für Terrorabwehr zuständige Sicherheitsberaterin von US-Präsident Barack Obama, Lisa Monaco, treffen. Bundesjustizministerin Sabine Leutheusser-Schnarrenberger (FDP) sprach von einer „schwierigen Aufgabe“ für ihren Kabinettskollegen. „Ich glaube nicht, dass mit dieser Reise die Aufklärung beendet ist.“ Friedrich sagte, flächendeckende Überwachung sei nicht verhältnismäßig. Er beklagte aber auch mangelnde Fairness gegenüber den USA in der Debatte.