Wahlkampf

Bündnis 90/Die Grünen

Für die Grünen ist die NSA-Affäre wahlkampfmäßig der reinste Glücksfall.

Die Spitzenkandidaten Jürgen Trittin und Katrin Göring-Eckardt können seit Tagen voll auf der Welle der allgemeinen Empörung mitschwimmen – und müssen sich wenig Sorgen machen, selbst in den Skandalstrudel mit hineingezogen zu werden. Denn die Grünen stellten in der früheren rot-grünen Bundesregierung, die möglicherweise bereits in die Abhörmethoden des US-Geheimdienstes eingeweiht gewesen sein könnte, zwar den Außenminister, der Koalitionspartner SPD aber die zuständigen Ressorts Innen und Justiz. Und gerade erst vor vier Wochen wandte sich die einzige grüne Landesjustizministerin, Antje Niewisch-Lennartz aus Niedersachsen, auf einer Ministerkonferenz gegen den neuen Anlauf eines SPD-Kollegen für die Vorratsdatenspeicherung. Entsprechend unbefangen kann die Partei jetzt Glaubwürdigkeit demonstrieren.