Fluggesellschaften

Aufatmen für Urlauber: Streik bei Germanwings abgewendet

Bei der Lufthansa-Tochter Germanwings ist der monatelange Tarifkonflikt beendet und ein Streik in letzter Minute abgewendet worden.

Nach einer zweitägigen Marathonrunde kündigte die Kabinengewerkschaft Ufo am Sonnabend in Bonn die Einigung an. Die Arbeitgeber hätten kurzfristig ihr Angebot noch einmal wesentlich verbessert und seien auf alle Punkte der Gewerkschaft eingegangen, sagte der Ufo-Vorsitzende Nicoley Baublies. „Die drohenden Arbeitskampfmaßnahmen sind vom Tisch“, und die Germanwings-Kunden könnten beruhigt in den Urlaub fliegen.

Auch das Management des Unternehmens begrüßte die Einigung: „Wir sind mit unserem Angebot an die Kabinengewerkschaft Ufo bis an den Rand des uns Möglichen gegangen“, erklärte der Geschäftsführer der Lufthansa-Tochter, Axel Schmidt. Der Kompromiss komme den Forderungen der Kabinengewerkschaft sehr nahe, setze jedoch nicht die Wettbewerbsfähigkeit von Germanwings aufs Spiel.

Ein Streik wäre bei Germanwings zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt gekommen und hätte das Unternehmen an einer empfindlichen Stelle getroffen. Im Vorfeld der Einigung hatte Lufthansa-Chef Christoph Franz die Tarifpartner gemahnt, dass die Tochterfirma günstig bleiben müsse. Wenn dies durch zu hohe Tarifabschlüsse nicht mehr gegeben sei, hätte Germanwings die Existenzgrundlage verloren. Die Linie ist etwa 20 bis 30 Prozent günstiger als die Lufthansa. Germanwings wickelt für die Lufthansa künftig alle Deutschland- und Europaflüge abseits der Drehkreuze Frankfurt und München aber, also auch die Flüge von und nach Berlin.

Die nun erzielte Einigung sieht unter anderem eine Verbesserung der Gehälter über eine Laufzeit von zwei Jahren in drei Stufen um knapp sechs Prozent vor. Ein Teil des Zuwachses ist allerdings abhängig von der Ergebnisverbesserung bei Germanwings. Zusätzlich gibt es eine Einmalzahlung von maximal 1500 Euro. Bei der Lufthansa-Tochter sind gut 700 Flugbegleiter beschäftigt. Erfüllt wurde auch die Forderung der Gewerkschaft, die befristeten Arbeitsverträge in unbefristete Arbeitsverhältnisse umzuwandeln. Ferner wurden die Arbeitszeiten neu geregelt.