Arbeitsrecht

Diese Fallstricke drohen bei einer Krankschreibung

Die Rechte und Pflichten von Arbeitnehmern

Wer mit Fieber im Bett liegt, hat andere Sorgen als Rechtsvorschriften. Doch das entbindet Arbeitnehmer nicht von Pflichten. Die wichtigsten Rechte und Pflichten im Überblick.

Krankmeldung: Häufig streiten Arbeitnehmer und Arbeitgeber vor Gericht über eine ordnungsgemäße Krankmeldung. Das Problem: Viele gehen erst zum Arzt und informieren dann den Arbeitgeber. Doch eine Krankmeldung muss bei Dienstbeginn vorliegen, sonst verstoßen Arbeitnehmer gegen ihre Pflichten und müssen mit einer Abmahnung rechnen. Im Wiederholungsfall droht sogar eine Kündigung.

Krankschreibung: Spätestens nach drei Tagen muss der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber eine Krankschreibung vom Arzt vorlegen. Es zählen nicht die Arbeits-, sondern die Kalendertage. Wer also am Freitag wegen Krankheit nicht zur Arbeit kommt, muss die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung des Arztes am Montag vorlegen. Nach einem Gerichtsurteil kann der Arbeitgeber sogar verlangen, die Krankschreibung bereits am ersten Tag zu bekommen.

Entgeltfortzahlung: Auf Entgeltfortzahlung haben alle Arbeitnehmer Anspruch, auch Minijobber – vorausgesetzt, das Arbeitsverhältnis besteht seit mindestens vier Wochen. Der Arbeitgeber zahlt das Gehalt dann für maximal sechs Wochen. Danach bezahlt die Krankenkasse Krankengeld in Höhe von 70 Prozent des Arbeitsentgelts für maximal eineinhalb Jahre.

Aktivitäten: Erlaubt ist während der Krankschreibung alles, was die Genesung fördert: Bei einer Depression kann es sogar wichtig sein, etwas zu unternehmen. Wichtig ist nur, dass Arbeitnehmer nichts machen, das die Beschwerden verschlimmert. Bei einem Rückenleiden ist Gartenarbeit nicht angezeigt, ein Besuch im Kino kann aber unter Umständen in Ordnung sein.

Urlaub: Bei Krankheit ist man nicht „urlaubsfähig“. Wer im Urlaub also krank wird, aber keine Ferientage verschenken will, muss sich am ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit beim Arbeitgeber krankmelden.

Krankheitsbedingte Kündigung: Fallen Arbeitnehmer wegen Krankheit häufig aus, darf der Arbeitgeber im Extremfall kündigen. Die Bedingungen sind aber streng: Angestellte müssen regelmäßig mehrere Jahre mehr als sechs Wochen krankgeschrieben sein. Oder aber bei einem Arbeitnehmer ist in den nächsten Jahren kein Wiedereinstieg in den Job zu erwarten. Beispiel: ein Bauarbeiter mit Querschnittslähmung. Eine Kündigungsschutzklage muss spätestens drei Wochen nach Erhalt der Kündigung eingereicht werden.