Archäologie

Buschleute aus Namibia lesen Spuren von Eiszeit-Jägern

Namibische Buschleute sollen auf einer ungewöhnlichen Expedition die Fußspuren der Eiszeit-Jäger in Höhlen der Pyrenäen analysieren.

Ziel des Projekts ist, Details aus dem Alltag der Menschen vor 17.000 Jahren zu erfahren. Drei San-Jäger aus der Wüste Kalahari brechen mit zwei deutschen Wissenschaftlern am Dienstag nach Frankreich auf. Die San, die auch Buschleute genannt werden, gelten als die besten Spurenleser und arbeiten in ihrer Heimat oft als Jagdführer. In ihrem Dorf können die drei Jäger jede Spur den einzelnen Bewohnern zuordnen.

Die Forscher erhoffen sich von den Erkenntnissen der San Informationen etwa zu Gesundheitszustand, Körperhaltung und Gangart der Eiszeitmenschen, berichten Tilman Lenssen-Erz von der Uni Köln und Andreas Pastoors vom Neanderthal-Museum in Mettmann. Die auf Felsbilder spezialisierten Experten haben die San in Namibia und Deutschland auf die Aufgabe vorbereitet. Erste Ergebnisse der Expedition sollen am 17. Juli präsentiert werden. „Die Bilder erzählen uns nicht alles, was die Menschen gemacht haben“, sagt Pastoors über Höhlenmalereien. Analysen von Hand- und Fußspuren seien in der Erforschung eiszeitlicher Kunst immer nur ein Randthema gewesen. In den 20er-Jahren habe man angefangen, Alter, Größe und Abstammung der Menschen durch die Vermessung der Spuren zu entschlüsseln. Immer aber seien die Spuren mit rituellen Handlungen in Verbindung gebracht worden. Diese Spekulationen wollen die Forscher prüfen. In zehn Höhlen der Pyrenäen wurden Fußabdrücke von Steinzeitmenschen gefunden.