Gesundheitszustand

Charité-Ärzte empfehlen Operation von Timoschenko

Die inhaftierte ukrainische Ex-Regierungschefin Julia Timoschenko muss aus Sicht deutscher Ärzte operiert werden.

Das teilte eine Sprecherin der Charité am Montag in Berlin mit. Einen solchen Eingriff in der Ukraine lehne Julia Timoschenko aber weiterhin ab.

„Bei Frau Timoschenko kam es während körperlicher Betätigung akut zu erneut auftretenden heftigen Schmerzen, die im Zusammenhang mit dem bekannten Bandscheibenleiden zu sehen sind“, berichtete die Sprecherin. Außerdem stagnierten die Behandlungsfortschritte in den vergangenen Wochen. Während eines Besuchs am 21. Juni hätten die Charité-Ärzte ihre Empfehlung einer internationalen Kommission vorgetragen.

Timoschenkos Tochter Jewgenija hatte am Montag bei einer Pressekonferenz in Charkow gewarnt, dass die Folgen der Krankheit ohne Operation nicht absehbar seien. Der „schon jetzt kritische Zustand könnte in der Invalidität“ enden.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) hatte sich ebenfalls kürzlich bei einem Besuch in der Ukraine für eine baldige Lösung des Falls eingesetzt. Er erneuerte das Angebot einer medizinischen Behandlung Timoschenkos in Deutschland. „Frau Timoschenko hat aus unserer Sicht ein Anrecht auf ein faires Gerichtsverfahren und auf angemessene medizinische Betreuung“, sagte Westerwelle im Juni. „Wir wünschen uns, dass sich die Ukraine für den Weg nach Europa entscheidet“, so Westerwelle. Deutschland setze sich daher für eine Unterzeichnung des EU-Assoziierungsabkommens im Herbst ein. Allerdings müsse das Land noch weitere Reformschritte im Bereich der Justiz und des Wahlrechts unternehmen. Die wegen Amtsmissbrauchs verurteilte Politikerin wird in einer Klinik im ostukrainischen Charkow behandelt. Sie leidet unter anderem an den Folgen eines Bandscheibenvorfalls.