Finanzkrise

Irischer Banker entschuldigt sich für Entgleisung

Der ehemalige Chef der irischen Pleitebank Anglo Irish (AIB), David Drumm, hat sich für abfällige Telefonate über die Rettung der Bank entschuldigt.

Drumm sagte der irischen Wirtschaftszeitung „Sunday Business Post“, der unangemessene Ton der Gespräche sei ein Ausdruck stressiger Zeiten gewesen. Er nannte den Ton der aufgezeichneten Gespräche „unverzeihlich“. Zu keiner Zeit habe die Bankführung versucht, der Finanzaufsicht die schwierige Lage der Großbank zu verschweigen, versicherte Drumm.

Die in der vergangenen Woche von der Zeitung „Irish Independent“ veröffentlichten Mitschnitte von Gesprächen unter Top-Managern der Bank hatten hohe Wellen geschlagen. Unter anderem hatte ein Banker mit Blick auf zu erwartende Gelder aus Deutschland die erste Strophe des Deutschlandliedes angestimmt. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte dieses Verhalten scharf kritisiert, ebenso Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU). „Diese Banker gefielen sich offensichtlich in der Rolle von abgehobenen Übermenschen, die nur Verachtung für ihre Mitmenschen haben“, sagte Schäuble in einem Interview.

Der Zeitung „Irish Independent“ waren Tondokumente zugespielt worden. Darin wird deutlich, dass die Führungsspitze der AIB auf dem Höhepunkt der Finanzkrise 2008 die Regierung in Dublin über das wahre Ausmaß der Krise belogen hatte.