Konflikt

Schwere Gefechte: Libanon gerät in den Sog des Syrien-Kriegs

Das libanesische Militär und bewaffnete Anhänger eines sunnitischen Geistlichen haben sich heftige Kämpfe in einer Küstenstadt südlich von Beirut geliefert.

Seit Beginn der Unruhen in Sidon am Wochenende seien mindestens zwölf Soldaten getötet und 50 verletzt worden, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur NNA. Die Gefechte mit Maschinengewehren und Panzerfäusten lösten Panik unter den Bewohnern von Sidon aus, der drittgrößten Stadt im Libanon. Laut Medienberichten baten Anwohner des umkämpften Stadtteils darum, in Sicherheit gebracht zu werden. Die Stadtverwaltung erklärte das Gebiet zur „Kriegszone“ und rief zu einer Waffenruhe auf.

Die Unruhen begannen am Sonntag, als nach Angaben der Streitkräfte Anhänger des Geistlichen Scheich Ahmad al-Assir das Feuer auf Soldaten eröffneten. Al-Assir rief seine Anhänger am Montag über den Kurzmitteilungsdienst Twitter auf, sich dem Aufstand anzuschließen. Er gilt als entschiedener Kritiker der schiitischen Hisbollah-Miliz, die an der libanesischen Regierung beteiligt ist und im syrischen Bürgerkrieg an der Seite von Präsident Baschar al-Assad kämpft. Es wird vermutet, dass al-Assir Hunderte Bewaffneter an seiner Seite hat.

Die Kämpfe im Libanon sind in den vergangenen Wochen heftiger geworden. Während in Syrien sunnitische Rebellen gegen die schiitisch-alawitische Machtelite aufbegehren, mehren sich auch die Vorfälle zwischen Sunniten und Schiiten im Libanon. Die Küstenstadt Sidon wird überwiegend von Sunniten bewohnt.