Ermittlungen

Suche nach weiteren NSU-Taten dauert 20 Jahre

Die Suche nach weiteren Taten des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) wird noch rund 20 Jahre dauern.

Das erklärten Bundesanwaltschaft und Bundeskriminalamt (BKA) bei einem Treffen mit dem NSU-Untersuchungsausschuss des Bundestags, wie es hieß. Demnach überprüft das BKA jetzt 4000 bislang ungeklärte Tötungsdelikte und mehr als 100.000 nicht aufgeklärte Sprengstoffdelikte aus der Zeit zwischen Mitte der 90er-Jahre und Ende 2011, als die Zwickauer Terrorzelle aufgeflogen war.

Im NSU-Prozess vor dem Münchener Oberlandesgericht hatte es in dieser Woche Hinweise auf einen weiteren NSU-Sprengstoffanschlag in Nürnberg gegeben. Die Bundesanwaltschaft ermittelt mittlerweile. Das NSU-Trio, bestehend aus Uwe Böhnhardt, Uwe Mundlos und Beate Zschäpe, wird bislang für zehn Morde und zwei Bombenanschläge verantwortlich gemacht.

Das Netz der rechtsextremen Terrorzelle ist zudem kleiner, als bisher bekannt. Demnach gehen die Sicherheitsbehörden jetzt von 122 rechtsextremen Personen aus, die Kontakt zum NSU oder dessen Umfeld hatten. Bislang standen auf der geheimen Liste 129 zum Teil andere Namen. Insgesamt hat die Bundesanwaltschaft bisher 415 Personen überprüft. Auf der neuen Liste des NSU-Umfelds taucht ein weiterer ehemaliger V-Mann auf. Dabei handelt es sich um Kai D., eine ehemalige Quelle des bayerischen Landesamts für Verfassungsschutz.