Hausordnung

Politiker wollen Hunde im Bundestag erlauben

Der Bundestag kommt auf den Hund: 15 Abgeordnete von SPD und Grünen haben sich nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung an Parlamentspräsident Norbert Lammert (CDU) gewandt, weil sie ihre Hunde künftig mit in das Hohe Haus bringen wollen.

Dazu ist eine Änderung der Hausordnung nötig. Diese lässt bislang nur Blindenhunde zu.

„Wir wollen die Bedeutung von Heimtieren im Arbeitsalltag fördern, auch im Deutschen Bundestag“, sagte der Sprecher der Gruppe, Heinz Paula (SPD). Gegenüber der Berliner Morgenpost betonte Paula, dass mit der Initiative auch die Sensibilität für Belange des Tierschutzes erhöht werden soll. Heinz Paula ist Tierschutzbeauftragter der SPD-Bundestagsfraktion. In einem von Paula verfassten Brief wird Lammert gebeten, „dem Wunsch vieler Abgeordneter nachzukommen und die Hausordnung des Deutschen Bundestages dahingehend zu ändern, dass das Mitbringen von Hunden zulässig ist“.

Mitstreiterin Silvia Schmidt (SPD) sagte: „Mein Hund ist mein Freund. Er braucht meine Nähe, und ich brauche seine.“ Auch SPD-Innenexperte Sebastian Edathy unterstützt den Brief: „Wenn mal niemand zum Aufpassen da ist, wäre es schon praktisch. Der Bundestagspräsident könnte die Hausordnung ohne großen Aufwand ändern.“

„Irgendwann stehen Hamsterkäfige im Plenarsaal“

Der CDU-Politiker Franz-Josef Holzenkamp reagierte mit Kopfschütteln: „Den Anfang machen die Hunde. Irgendwann stehen dann die Hamsterkäfige im Plenarsaal, oder streunen die Katzen durch den Bundestag?“ Der landwirtschaftspolitische Sprecher der Unionsfraktion sagte: „Welche Dogge fühlt sich denn zwischen Kopierer und Schreibtisch wohl? Ich halte die Aktion für sehr fragwürdig.“

Paula kann diese Sorge nicht nachvollziehen. „Der Hund ist ein Rudeltier und fühlt sich beim Herrchen am wohlsten“, sagte er. Auch wolle er die Regelung nicht auf alle Tiere ausweiten. Nur Hunde sollten in den Bundestag dürfen – schon allein aus Tierschutzgründen.