Landesverrat

Abhöraffäre: FBI leitet Ermittlungen gegen Snowden ein

Die US-Bundespolizei FBI hat strafrechtliche Ermittlungen gegen den in Hongkong untergetauchten Enthüller des US-Spähprogramms Prism, Edward Snowden, eingeleitet.

Die Behörden würden „alle notwendigen Schritte“ unternehmen, um Snowden zur Verantwortung zu ziehen, sagte FBI-Chef Robert Mueller am Donnerstag bei einer Anhörung im Kongress in Washington. Snowden hatte der Presse Informationen über die Überwachung von Internetnutzern durch den US-Geheimdienst NSA zugespielt.

Snowden, der in Hongkong untergetaucht ist, sorgte inzwischen für neue Aufregung. Er warf dem US-Geheimdienst NSA vor, Hunderte Hackerangriffe auf Ziele in China und Hongkong ausgeführt zu haben. Weltweit habe es mehr als 61.000 Hackerangriffe auf zentrale Punkte der Internetnetzwerke gegeben, von denen aus die Hacker Zugriff auf Hunderttausende Computer erlangen könnten, sagte Snowden. Chinesische Medien reagierten empört und erwarten nun eine Verschärfung der Spannungen zwischen Peking und Washington. Das Programm werde „zweifellos das Image Washingtons im Ausland beschädigen“ und die amerikanisch-chinesischen Beziehungen belasten, schrieb die staatliche Zeitung „China Daily“. Die Angriffe auf Ziele in China und Hongkong zeigten die „Scheinheiligkeit der US-Regierung, wenn diese behauptet, keine zivile Infrastruktur anzugreifen“, sagte Snowden. Die US-Regierung wirft China regelmäßig vor, hinter Hackerangriffen in den USA zu stecken.