Extremismus

Neonazis marschieren mit Fackeln durch die Innenstadt Athens

Hunderte Neonazis sind in einem Fackelzug durch die griechische Hauptstadt Athen marschiert.

Bei dem Marsch am Mittwochabend, der an den 560. Jahrestag des Falls von Konstantinopel erinnern sollte, skandierten die Teilnehmer Parolen wie „Griechenland gehört den Griechen“ und „Blut, Ehre, Goldene Morgenröte“. Auch der Holocaust-Leugner und Chef der rassistischen Partei Chrysi Avgi (Goldene Morgenröte), Nikos Michaloliakos, beteiligte sich an der Kundgebung.

Vor dem Marsch hatte es eine Kundgebung auf dem Platz vor der Kathedrale Mariä Verkündigung gegeben, dem Sitz des orthodoxen Erzbischofs von Athen. Dabei machten Redner vor allem Stimmung gegen Türken und Kommunisten. Danach zogen die Neonazis mit martialischem Schritt zum Parlament. Außer griechischen Flaggen schwenkten sie Chrysi-Avgi-Fahnen. Die Partei kam bei der Parlamentswahl im vergangenen Juni auf fast sieben Prozent der Stimmen und verfügt im Parlament über 18 Abgeordnete. Der Aufmarsch endete ohne Zwischenfälle.

Konstantinopel, das heutige Istanbul, war Hauptstadt des Oströmischen Reichs. Am 29. Mai 1453 eroberten die Osmanen unter MehmedII. die Stadt. Die Einnahme Konstantinopels besiegelte den Untergang des Byzantinischen Reichs und markierte zugleich den Aufstieg des Osmanischen Reichs zur Großmacht. Offiziell heißt die Stadt seit 1930 Istanbul, viele Griechen nennen sie aber weiterhin Konstantinopel oder einfach „Die Stadt“ (i poli).