Extremismus

Antiislamische Aggressionen nehmen in England zu

Nach dem Mord an einem britischen Soldaten im Londoner Stadtteil Woolwich haben Feindseligkeiten gegen Muslime zugenommen.

In der vergangenen Woche seien landesweit 193 Fälle von Aggression registriert worden, darunter zehn Angriffe auf Moscheen, berichtete die britische Zeitung „The Independent“ vom Dienstag unter Berufung auf Angaben der Beobachtungsstelle für antimuslimische Gewalt, „Faith Matters“. In den vorangegangenen zwölf Monaten verzeichnete die Organisation insgesamt 642 Vorfälle.

Der schwerste Angriff auf eine Moschee ereignete sich am Sonntagabend im ostenglischen Grimsby. Dabei wurden Brandsätze auf das islamische Kulturzentrum geworfen, während sich Menschen im Gebäude befanden. Ein Leitungsmitglied der Moscheegemeinde sprach von einem „Mordversuch“. Bei den meisten von „Faith Matters“ registrierten Taten handelte es sich laut der Organisation um „generellen Missbrauch“ wie Pöbeleien auf der Straße oder im Internet.

Am Mittwoch vergangener Woche hatten mutmaßliche Islamisten den 25-jährigen Soldaten Lee Rigby auf offener Straße in London brutal ermordet. Vertreter der islamischen Gemeinden und Verbände in Großbritannien bekundeten Abscheu über die Tat. Insgesamt wurden seither zehn Verdächtige festgenommen. Inzwischen sind sechs von ihnen wieder auf freiem Fuß. Die beiden Hauptverdächtigen, der 28-jährige Michael Adebolajo und der 22-jährige Michael Adebowale befinden sich aufgrund von Verletzungen durch die Festnahme im Krankenhaus und wurden noch nicht befragt. Zwei weiteren Verdächtigen im Alter von 33 und 37 Jahren wird Komplizenschaft zur Last gelegt.