Sicherheit

Chinesische Hacker schlagen in USA und Australien zu

Brisante Daten von Militär und Geheimdienst erbeutet

Chinesische Hacker haben bei zwei Angriffen offenbar sensible Daten des US-Militärs und des australischen Geheimdienstes erbeutet. Nach einem Bericht des Pentagons und mehrerer US-Offizieller wurden vermutlich Konstruktionspläne für einige der sensibelsten US-Waffensysteme gestohlen. Darunter sollen Pläne für die Kampfjets vom Typ F-18 und V-22 sein, außerdem für den Helikopter vom Typ Black Hawk und das Raketenabwehrsystem PAC-3. Auch die Pläne zum US-Prestigeprojekt F-35 – ein extrem teures Tarnkappenflugzeug – sollen sich bereits in den Händen der Chinesen befinden. Das berichtet die „Washington Post“.

Nach Ansicht von US-Experten hat China damit Zugang zu US-Hochtechnologie und verringert gleichzeitig den technologischen Vorsprung des US-Militärs gegenüber Peking. Offiziell hat die US-Regierung China zwar nicht beschuldigt, Technologie gestohlen zu haben. Es gilt jedoch als sicher, dass China gezielt Spionage betreibt, um an sensible militärische Daten zu gelangen.

Bereits im Januar hatte das Pentagon davor gewarnt, dass die USA unfähig seien, einen Cyberkrieg um den Schutz von Militärtechnologie mit China zu führen. Nach Ansicht der USA geht es den Chinesen langfristig darum, die stärkste militärische Macht auf der Welt zu werden. Zu diesem Zweck schreckten sie auch vor Spionage nicht zurück. Bereits im März hatte deshalb Thomas Donilon, der nationale Sicherheitsberater von US-Präsident Barack Obama, China aufgefordert, kriminelle Aktivitäten von Hackern zu kontrollieren.

Geheimdienstbau ausspioniert

Zeitgleich schlugen chinesische Hacker offenbar auch in Australien zu und besorgten sich Baupläne der neuen Geheimdienstzentrale in der Hauptstadt Canberra. Bei einem Cyberangriff von einem chinesischen Server aus seien Dokumente über die Verkabelung des riesigen Gebäudes, über die Raumanordnung und die Ausstattung mit Informationstechnik gestohlen worden, berichtete der Sender ABC am Dienstag.

Außenminister Bob Carr sagte, die Regierung sei von den „Spekulationen“ nicht überrascht. Eine Stellungnahme, ob er Peking für den mutmaßlichen Hackerangriff verantwortlich mache, lehnte er ab. Ministerpräsidentin Julia Gillard sprach von „unbegründeten Berichten“.

Laut den ABC-Enthüllungen wurden die Dokumente von einer Firma gestohlen, die beim Bau der Geheimdienstzentrale beteiligt war. Sicherheitsexperten mutmaßten in der Sendung, die Cyberattacke sei für eine Kostenexplosion und für die Verzögerung der eigentlich für April geplanten Gebäudeeröffnung verantwortlich. Aus den Plänen gehe hervor, in welchen Räumen sensible Gespräche stattfinden würden und wie man Wanzen anbringen könne, wurde ein Verteidigungsexperte zitiert.

Zuletzt häuften sich Berichte über aus Peking gesteuerte Hackerangriffe. 2011 wurden angeblich die Computer des australischen Regierungschefs, des Außen- und des Verteidigungsministers ausspioniert, auch dahinter sollen Chinesen gesteckt haben.