Nahost

Hisbollah wird in Syrien zur Kriegspartei

Die libanesische Hisbollah kämpft im syrischen Bürgerkrieg jetzt offen an der Seite des Assad-Regimes und setzt damit die Stabilität des eigenen Heimatlandes aufs Spiel.

Der Generalsekretär der Schiitenbewegung, Hassan Nasrallah, prophezeite während einer Fernsehansprache einen Sieg in Syrien. Er versprach, dass die Milizen so lange wie notwendig bleiben würden. Nur wenige Stunden später schlugen am Sonntag Raketen in zwei von der Hisbollah kontrollierten Vororten Beiruts ein.

Während die Schiitenorganisation jetzt erstmals ganz offiziell mit Kämpfern Partei für Syriens Machthaber Baschar al-Assad ergreift, gibt es im Libanon auch Muslime sunnitischer Glaubensrichtung, die schwer bewaffnet sind und die syrische Opposition unterstützen. Damit droht dem Libanon immer mehr eine Zerreißprobe. Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP) warnte in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ vor einem „Flächenbrand“, wenn der Konflikt auf den Libanon übergreift.

Bei den Raketenangriffen am Sonntag wurden mindestens fünf Menschen verletzt. Zunächst bekannte sich niemand zu den Angriffen. Der libanesische Innenminister Marwan Charbel sah in dem Angriff einen Versuch, die Lage in seinem Land zu destabilisieren.

Hisbollah-Generalsekretär Hassan Nasrallah hatte am Vorabend seine Kämpfer auf einen „Sieg“ in Syrien eingeschworen. Ein Sturz des Assad-Regimes komme nicht infrage. Syrien sei bedeutend für den Widerstand, und die Hisbollah werde nicht mit verschränkten Armen zuschauen, wie Syrien von den USA, Israel und sunnitischen Extremisten das Rückgrat gebrochen werde, sagte Nasrallah.