Finanzautonomie

Ärzte: Kassen sollen ihre Beiträge wieder selbst festlegen

Die Ärzteschaft plädiert dafür, am Wettbewerb von gesetzlicher und privater Krankenversicherung festzuhalten.

„Wir sind gut beraten, das duale System fortzuführen“, sagte der Präsident der Bundesärztekammer, Frank Ulrich Montgomery, in Hannover. 87 Prozent der Ärzte lehnten eine Bürgerversicherung ab, wie sie SPD, Grüne und Linke forderten. Diese sei ein Turbolader für die Zwei-Klassen-Medizin. Langfristig solle das Krankenversicherungssystem aber weiterentwickelt werden. Die Ärzteschaft trifft sich in der kommenden Woche für drei Tage in Hannover zum 116. Deutschen Ärztetag.

Montgomery forderte, die Finanzautonomie der gesetzlichen Krankenversicherungen wiederherzustellen. Der derzeitige Versichertenanteil solle zu einem festen, vom Einkommen unabhängigen und von den Kassen selbst festzulegenden Gesundheitsbeitrag weiterentwickelt werden. Um mehr Generationengerechtigkeit zu erreichen, plädiert die Ärzteschaft dafür, ein Gesundheits-Sparkonto für alle Neugeborenen in Deutschland einzurichten. 100 Euro monatlich als Rückstellung sollten eine Grundsicherung bilden und eine Zukunftschance bieten. Das Geld soll aus Steuern fließen.

Bei der letzten großen Reform des Gesundheitswesens hatte die Bundesregierung einen einheitlichen Beitrag für alle gesetzlich Versicherten eingeführt. Er gilt seit 2009. Vorher hatten die Krankenkassen die Beiträge selbst festgesetzt.