Prozess

Russisches Gericht lehnt Entlassung von Pussy-Riot-Mitglied ab

Ein russisches Gericht hat einem verurteilten Mitglied der Kreml-kritischen Punkrockband Pussy Riot eine vorzeitige Haftentlassung verweigert.

Die Aktivistin Maria Aljochina habe sich systematisch den Gefängniswärtern widersetzt und bereue ihre Tat nicht, entschied ein Richter in der Stadt Perm im Westen Russlands am Donnerstag. Damit folgte er der Argumentation der Staatsanwaltschaft.

Erst am Mittwoch war Aljochina in den Hungerstreik getreten, weil ihr das Gericht die Teilnahme an der Anhörung über eine vorzeitige Entlassung untersagt hatte. Aljochina musste die Anhörung per Videoübertragung aus ihrer Strafkolonie verfolgen. Daraufhin hatte sie ihre Anwälte angewiesen, ebenfalls nicht vor Gericht zu erscheinen, und die Anhörung wurde für einen Tag ausgesetzt. Unterstützung bekamen die Musikerinnen von Ex-Beatle Paul McCartney. Der britische Rockstar setzte sich für die Mitglieder von Pussy Riot ein und schrieb dem zuständigen Richter einen Brief. Darin bat er ihn, die Musikerinnen Aljochina und Nadeschda Tolokonnikowa vorzeitig aus der Haft zu entlassen, wie Pussy-Riot-Unterstützer berichteten. Die Frauen waren wegen „Rowdytums aus religiösem Hass“ zu zwei Jahren Lagerhaft verurteilt worden. Anlass war ein „Punk-Gebet“ in der wichtigsten Moskauer Kathedrale.