Mitgliedschaft

Burschenschaften: Nachweis für „echte Deutsche“ geplant

Beim Burschentag in Eisenach soll erneut über umstrittene Aufnahmekriterien der Studentenverbindungen diskutiert werden.

Es gehe darum, wer ein „deutscher Student“ sei, sagte der amtierende Sprecher der Deutschen Burschenschaft (DB), Burkhard Mötz, am Donnerstag in Eisenach. Es werde ein von einer Kommission erarbeiteter Antrag diskutiert, der sich bei der Definition des Deutschseins eng an das Bundesvertriebenengesetz anlehne. Nähere Angaben wollte Mötz nicht machen. Seit zwei Jahren sorgt die Debatte um Aufnahmekriterien von Studentenverbindungen, denen Kritiker einen Rechtsruck vorwerfen, für Aufmerksamkeit.

2011 war auf dem Burschentag in Eisenach der Antrag einer Burschenschaft diskutiert worden, der von manchen als Forderung nach einem „Ariernachweis“ für die Mitgliedschaft in Studentenverbindungen gedeutet wurde. Der Burschentag in Eisenach geht bis zu diesem Sonntag. Es sind Proteste angekündigt. Die DB ist der größte Dachverband der Verbindungen. In verschiedenen Verfassungsschutzberichten tauchen immer wieder Hinweise auf verschiedene Burschenschaften in ganz Deutschland auf.

Burschenschaften sind Studentenverbindungen. Es gibt etwa 250 Burschenschaften in Deutschland mit je etwa 100 bis 150 Mitgliedern. Prominente Burschenschafter sind Verkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) oder Berlins ehemaliger Regierender Bürgermeister Eberhard Diepgen (CDU).