Erb-Streitigkeiten

Nelson Mandelas Töchter klagen eigenen Vater an

Familie streitet erbittert um Vermögen des 94-Jährigen

Ihren Namen vermarkten die Töchter von Südafrikas ehemaligem Präsidenten Nelson Mandela mit bemerkenswertem Unternehmergeist. Makaziwe betreibt das Wein-Label House of Mandela, die Flasche kostet umgerechnet bis zu 484 Rand (39 Euro). Und Zenani verkauft mit dem berühmten Gesicht des Vaters bedruckte T-Shirts und Kapuzenpullover. „Long Walk to Freedom“ heißt das Label, benannt nach der berühmten Autobiografie von Mandela. Seit einem Jahr bleibt dafür etwas weniger Zeit, sie ist nun Südafrikas Botschafterin in Argentinien.

Doch offenbar vermag das aktuelle Portfolio die finanziellen Bedürfnisse der beiden Frauen nicht zu befriedigen. Sie wollen gerichtlich gegen ihren Vater vorgehen, berichtete die in Johannesburg erscheinende Zeitung „The Star“. Es ist der vorläufige Höhepunkt eines unwürdigen Streits, bei dem es seit Jahren um die Verwaltung von Mandelas Vermögen geht. Während sich der 94-Jährige derzeit von einer überstandenen Lungenentzündung und mehreren Krankenhausaufenthalten erholt, kämpfen Makaziwe und Zenani für die Aufhebung eines Urteils aus dem Jahr 2004. Darin wurde Mandelas Entscheidung bestätigt, seinem damaligen Anwalt Ismail Ayob Vollmachten über seine Güter und Vermarktungsrechte zu entziehen. Ayob war der einzige Direktor einer ganzen Reihe von Vermögensfonds, mit denen Mandela die Ausbildung seiner Familienmitglieder finanzieren wollte, viele waren von Ayob eingerichtet worden. Nach Angaben der südafrikanischen Zeitung verfügt die Familie über mindestens 24 solcher Fonds. Über die Höhe des Vermögens gibt es jedoch keine gesicherten Informationen.

Mandela übertrug diese Angelegenheiten aus nicht geklärten Gründen von Ayob auf drei Vertraute: George Bizos bewahrte ihn als Anwalt einst vor der Todesstrafe in den Rivonia-Prozessen. Der heutige Wohnungsbauminister Tokyo Sexwale war wie Mandela auf der Gefängnisinsel Robben Island inhaftiert. Der dritte Weggefährte ist der Anwalt Bally Chuene, der Mandela auch in der juristischen Auseinandersetzung mit seinen Töchtern vertritt. In der vergangenen Woche hatte Chuene am High Court in Johannesburg einen Schriftsatz eingereicht, dem zufolge sein Mandant sich die Einmischung seiner Töchter in seine Geschäftsangelegenheiten verbittet.