Außenpolitik

Außenamt verhandelt über Freiheit für verhafteten Deutschen

Das Auswärtige Amt bemüht sich in einem komplizierten Verfahren um die Freilassung des in Syrien verhafteten deutschen Journalisten.

„Wir stehen da in Kontakt, soweit das möglich ist, mit den syrischen Behörden, um eine belastbare Klärung des Sachverhalts zu erreichen“, sagte der Sprecher des Außenministers Guido Westerwelle (FDP), Andreas Peschke, am Mittwoch in Berlin. Es solle auf eine Lösung des Falles hingewirkt werden. Nach Angaben der Organisation Reporter ohne Grenzen war der freie Journalist Armin Wertz Anfang Mai in der Stadt Aleppo in Polizeihaft genommen worden. Er arbeitet auch für den Berliner „Tagesspiegel“.

Die Klärung des Falles sei auch deswegen kompliziert, weil die deutsche Botschaft in Damaskus seit Längerem geschlossen sei, sagte Peschke. Der Kontakt müsse über die syrische Botschaft in Berlin und über die deutschen Vertretungen in den Nachbarstaaten hergestellt werden. Über den Aufenthaltsort des Deutschen gebe es keine belastbaren Erkenntnisse. „Es gibt Indizien, aber auch widersprüchliche Informationen.“

Wertz lebt normalerweise in Indonesien. Anfang Mai sei er im Auftrag zweier asiatischer Zeitungen über das türkisch-syrische Grenzgebiet nach Aleppo gereist, um über den Bürgerkrieg zu berichten. In Aleppo griffen syrische Rebellen jetzt das größte Gefängnis in der syrischen Metropole an. Zwei Autobomben seien am Mittwoch vor der Anstalt explodiert, in der Hunderte Regimegegner eingesperrt seien. 250 der 4000 Häftlinge in dem Gefängnis werden wegen Vorwürfen im Zusammenhang mit dem Aufstand gegen Präsident Baschar al-Assad festgehalten. Derweil brach im gesamten Land nach Angaben der US-Organisation Renesys das Internet zusammen.