Sicherheit

27 afghanische Hilfskräfte stellen Aufnahmeantrag

Politiker von Regierung und Opposition haben an das Innenministerium appelliert, bei der Aufnahme bedrohter afghanischer Ortskräfte in Deutschland großzügig zu sein.

„Ich kann und will nicht mit der Vorstellung leben, dass in Afghanistan Menschen erpresst oder getötet werden, weil sie für uns gearbeitet haben“, so die sicherheitspolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Elke Hoff, der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ (FAS). „Es darf auf keinen Fall der Eindruck entstehen, wir ließen unsere Leute im Stich“, ergänzte der verteidigungspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Ernst-Reinhard Beck (CDU). Aus dem Ministerium hieß es laut „FAS“, man sei sich der Verantwortung bewusst, noch seien alle Anträge in der Prüfung.

Insgesamt beschäftigen das Verteidigungs- und das Innenministerium sowie das Auswärtige Amt rund 1500 afghanische Ortskräfte, etwa als Handwerker. Viele haben Angst, nach dem Abzug der Bundeswehr bis Ende 2014 von den Taliban als Kollaborateure bestraft zu werden. Nach „FAS“-Informationen haben bislang 27 Afghanen einen Aufnahmeantrag gestellt. Der Kriterienkatalog zur Beurteilung sehe unter anderem vor, dass der Antragsteller eine konkrete Bedrohung nachweisen müsse. Die Behörden seien gehalten zu prüfen, ob ein Umzug innerhalb Afghanistans sinnvoll sei. Der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Rainer Arnold, kritisierte das: „Man kann angesichts der Clanstrukturen nicht einfach jemanden in ein fremdes Dorf verpflanzen.“