Konflikt

Erdogan: Syrien hat rote Linie der USA überschritten

Der türkische Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan hat die USA eindringlich zu einem schnellen Handeln im Syrien-Konflikt aufgefordert.

Mit dem Einsatz von Chemiewaffen durch die syrische Führung sei die von US-Präsident Barack Obama erklärte „rote Linie“ in dem Konflikt längst überschritten, sagte Erdogan in der Nacht zum Freitag in einem Interview mit dem US-Fernsehsender NBC. Zu den Vorwürfen des Giftgaseinsatzes durch die syrischen Regierungstruppen sagte Erdogan, syrische Giftgas-Opfer seien in türkischen Krankenhäusern behandelt worden. Zudem gebe es Geheimdiensterkenntnisse über den Einsatz von rund 200 Raketen mit Giftgas.

Erdogan sagte laut der NBC-Web-Seite, er werde bei einem Besuch in Washington am 16. Mai mit Obama über die Lage in Syrien sprechen. Dass die syrische Opposition chemische Waffen eingesetzt haben könnte, bezeichnete Erdogan als unwahrscheinlich. Erdogan hatte bereits am 2. Mai von einem Chemiewaffeneinsatz durch die syrische Regierung gesprochen. Auf die Frage, ob die Türkei eine US-Flugverbotszone über Syrien unterstützen würde, antwortete der türkische Ministerpräsident: „Wir hätten von Anfang an Ja dazu gesagt.“ Auf der NBC-Web-Seite war keine Rede davon, dass Erdogan ein UN-Mandat als Vorbedingung für eine Flugverbotszone fordere. Das türkische Ministerpräsidentenamt erklärte aber später, Erdogan habe in dem Interview die UN-Bedingung bekräftigt. Zur Durchsetzung einer US-Flugverbotszone wären Luftwaffenstützpunkte in der Türkei unerlässlich.

Erdogan sagte zudem, ihm lägen Berichte vor, wonach die Ehefrau von Syriens Präsident Baschar al-Assad und seine Kinder das Land verlassen hätten. Er rief Assad auf, sich ebenfalls aus Syrien abzusetzen.