Religion

Folgt Papstsekretär Gänswein auf Kardinal Meisner?

Kardinal Joachim Meisner will mit Vollendung seines 80.Lebensjahrs als Erzbischof von Köln zurücktreten.

Das wäre am 25.Dezember dieses Jahres. „Dann sollte es auch mal gut sein“, sagte der 79 Jahre alte Kardinal, der als profiliertester konservativer Vertreter der katholischen Kirche in Deutschland gilt. Er werde ein entsprechendes Gesuch im Vatikan einreichen. Er rechne „sehr stark“ damit, dass der Papst seinem Wunsch entsprechen werde. Meisner steht seit 1989 an der Spitze der größten deutschen Diözese.

Seine Nachfolge ist noch unklar. Meisner sagte, er habe darüber weder mit Papst BenediktXVI. noch mit Papst Franziskus je gesprochen. Vielleicht ist es ja der richtige Posten für Georg Gänswein, den Privatsekretär Benedikts, der seit Anfang dieses Jahres auch Erzbischof ist. Darüber wird jedenfalls spekuliert. Gänswein wäre wohl jemand, der ankäme in der Medienstadt Köln: ein Kirchenmann mit „Dornenvögel“-Ausstrahlung, heißt es in Anspielung auf den TV-Kassiker mit Richard Chamberlain.

Meisner hofft, dass sich die Wahl seines Nachfolgers nicht so lange hinziehen wird wie seine eigene, die eineinhalb Jahre in Anspruch nahm. Für die Öffentlichkeit sah es so aus, als ließen es die Kölner Domherren auf eine Machtprobe mit Papst Johannes PaulII. ankommen. Sie konnten sich auf keinen der drei Kandidaten einigen, die ihnen der Vatikan zur Auswahl vorlegte. Schließlich änderte der Papst die Kölner Wahlordnung.

Im Ruhestand will Meisner seine Memoiren schreiben. Es dürfte ein schonungsloses Buch werden, denn was andere von ihm denken, kümmert ihn wenig. Für ihn zählt nur das Feedback von oben. Ein katholischer Bischof muss nach geltendem Kirchenrecht mit 75 Jahren dem Papst seinen Rücktritt anbieten. Papst BenediktXVI. hatte dieses Gesuch jedoch abgelehnt.