Militär

Pioniere der Bundeswehr bilden in Mali einheimische Soldaten aus

| Lesedauer: 2 Minuten

Im westafrikanischen Mali beginnt die Bundeswehr an diesem Montag mit der Pionierausbildung für die malische Armee.

Vor Ort sind dafür mehr als 80 deutsche Soldaten. Die Ausbildung findet im Rahmen der EU-Trainingsmission statt, die das Europäische Parlament im Februar beschlossen hatte. Dafür sind 450 europäische Soldaten im Einsatz.

Nach Worten von Hauptmann Timo Wirtz soll sich das Training nach den Anforderungen der malischen Armee richten. Die Deutschen, so der Presseoffizier, seien dafür verantwortlich, die afrikanischen Kollegen in speziellen Aufgaben zu schulen. Dazu gehört beispielsweise das Errichten und Räumen von Straßensperren. Ein weiterer Aspekt sei die medizinische Ausbildung: Deutsche Militärärzte und Rettungssanitäter bilden Malier beispielsweise in Erster Hilfe aus – und dafür, dass diese ihr Wissen anschließend an ihre Kollegen weitergeben. Ausbildungsort ist die Kleinstadt Koulikoro, knapp 60 Kilometer von der Hauptstadt Bamako entfernt. Dort hatten die malischen Soldaten bereits in den vergangenen zwei Monaten ihre Grundausbildung absolviert.

Mali stand wieder im Brennpunkt, seit am 11. Januar die französische Militärintervention begann. Die Trainingsmission war aber schon davor im Gespräch. Eine Schulung galt als dringend notwendig. Der Zustand der malischen Armee wurde im vergangenen Jahr als extrem desolat beschrieben. Im Kampf gegen die Befreiungsbewegung von Azawad (MNLA) mussten sich die Soldaten der Regierungstruppen nicht zuletzt deswegen so schnell geschlagen geben, weil sie weder über eine richtige Ausbildung noch über die entsprechende Ausrüstung verfügten. In weniger als drei Monaten wurden die Regierungsstreitkräfte damals aus dem gesamten Norden Malis verdrängt. Zusätzlich putschten Teile der Armee.

Kritiker befürchten jedoch, dass eine solche Mission, bei der nach Informationen des Verteidigungsministeriums in Berlin insgesamt 2600 Soldaten ausgebildet werden sollen, nicht ausreichend ist. In den vergangenen Jahren hatte es mehrfach Trainingseinheiten durch westliche Militärs gegeben, die sich als wenig erfolgreich erwiesen. Nach einer speziellen Anti-Terror-Ausbildung durch die USA liefen beispielsweise Teilnehmer später zu den Rebellen über und nahmen nicht nur das Wissen, sondern auch ihre Ausrüstung samt Waffen und Munition mit.